Berlin - Nach seiner spektakulären Jubiläumsshow ließ Bayern-Stürmer Robert Lewandowski auch die Gerüchte um das Interesse seines Klubs am Dortmunder Wunderkind Erling Haaland locker an sich abprallen. „Ich bin Lewandowski, ich denke an mich selbst. Klar, das ist ein junger Stürmer. Aber ich bin zehn oder elf Jahre älter und auf einem anderen Niveau im Leben“, sagte der Weltfußballer nach seiner Drei-Tore-Gala und dem entspannten Einzug des FC Bayern ins Champions-League-Achtelfinale mit einem Lächeln.

Der 21 Jahre alte Jungstar von Borussia Dortmund wird immer wieder als Nachfolger von Lewandowski (33) gehandelt. Doch noch spielt der Münchner Ausnahmestürmer in einer anderen Liga – selbst die Superstars Lionel Messi und Cristiano Ronaldo können da derzeit nicht wirklich mithalten.

Lewandowski Favorit auf Wahl zum Weltfußballer

„Er ist aktuell der kompletteste und beste Spieler der Welt“, lobte Fußball-Experte Matthias Sammer den Bayern-Torjäger nach dem klaren 5:2(2:1)-Sieg des deutschen Rekordmeisters gegen Benfica Lissabon überschwänglich. Bei der anstehenden Wahl zum Weltfußballer gilt Lewandowski erneut als Favorit.

„Er will immer der Beste sein. Ich traue ihm zu, dass er auch im höheren Alter noch unglaublich erfolgreich ist. Er bleibt noch länger der beste Stürmer der Welt“, würdigte erneut auch Bayern-Coach Julian Nagelsmann nach seiner Rückkehr den Torgaranten. Lewandowski tue „alles dafür, um das auch weiterhin zu bestätigen“. Und jetzt, ergänzte Nagelsmann schmunzelnd, „peilen wir die 100 Tore an, die wird er hoffentlich noch schaffen“.

Lewandowskis beeindruckender Dreierpack

Wird er. Gegen Lissabon waren es im 100. Spiel in der Champions League die Treffer Nummer 79 bis 81. Nur Ronaldo (139) und Messi (123) sind in dieser Statistik besser, doch nach 100 Partien in der Königsklasse hatten selbst der Portugiese und der Argentinier nicht so oft getroffen wie Lewandowski.

Er habe „nie geglaubt, dass ich so viele Spiele mache – und dann mit so vielen Toren und Vorlagen“, sagte ein glücklicher Lewandowski mit der silbernen „Player of the Match“-Trophäe in der Hand.

Doch selbst nach seinem beeindruckenden Dreierpack (26., 61. und 84.) war der Pole nicht ganz zufrieden. „Ich weiß nicht, ob es ein perfekter Abend war, weil ich einen Elfmeter verschossen habe“, sagte Lewandowski nach dem vergebenen Handelfmeter (45.+1) – und grinste. Er konnte es verkraften, nachdem er auch noch das 2:0 durch ein sehenswertes Hackentor von Serge Gnabry (32.) gekonnt vorbereitet hatte.

Nagelsmann beeindruckt Lewandowskis Quote

„Er will immer weitertreffen. Das zeichnet ihn aus. Die Quote ist beeindruckend“, betonte Nagelsmann nach dem achten Saisontor von Lewandowski in der Königsklasse und bereits wieder zwölf Treffern in der Liga.

Doch Nagelsmann war bei seinem ersten Stadionauftritt nach zweiwöchiger Corona-Quarantäne nicht nur mit Lewandowski sehr zufrieden. Auch Leroy Sané, dem mit einem sehenswerten Volley (49.) das 3:1 gelang, erhielt ein Sonderlob. Der Nationalspieler habe „unheimlich gut und aktiv“ gespielt. „Er wollte immer den Ball haben. Das Tor, das er selbst erzielt, ist außergewöhnlich. Das Tor, das er für Robert Lewandowski vorbereitet, ist auch sehr stark.“ Nagelsmann hob aber explizit auch „talentfreie Aktionen“ von Sané hervor. Damit meint er die Defensivarbeit, etwa einen 70-Meter-Sprint nach hinten.

Es habe überhaupt „viel Spaß gemacht, zuzuschauen“, so Nagelsmann: „Es war ein unfassbar gutes Spiel von uns – mit kleinen Makeln.“ Er meinte einige erneute Wackler in der Defensive. Dennoch: Mit vier Siegen nach vier Spielen spazierten die Bayern gegen ein überfordertes Lissabon frühzeitig ins Achtelfinale, auch Platz eins in Gruppe E ist ihnen kaum mehr zu nehmen. Und nun Topfavorit auf den Henkelpott? „Die anderen werden uns schon auf dem Schirm haben“, sagte Nagelsmann. In seinem Team hätten „alle Bock, zu gewinnen“. Allen voran Robert Lewandowski.