Berlin - Mit seinem 100. Grand-Prix-Sieg ist Lewis Hamilton im Nieselregen von Sotschi spektakulär zurück an die Formel-1-Spitze gerast. Der Mercedes-Superstar fing am Sonntag nach einem späten Reifenwechsel kurz vor Schluss noch den lange Zeit führenden McLaren-Fahrer Lando Norris ab und siegte. Hinter dem 36-Jährigen wurde Titel-Herausforderer Max Verstappen, der wegen eines Motorenwechsels von ganz hinten starten musste, danke einer famosen Aufholjagd im Red Bull noch Zweiter. Rang drei ging an Ferrari-Fahrer Carlos Sainz.

Bei noch sieben ausstehenden Rennen führt Hamilton nun hauchdünn mit zwei Punkten vor Verstappen und hat wieder beste Chancen auf seinen achten Fahrertitel. Ex-Weltmeister Sebastian Vettel kam im Aston Martin nur auf Rang zwölf und verpasste das vierte Mal nacheinander die Punkteränge. Mick Schumacher schied nach etwas mehr als der Hälfte wegen eines Defekts an seinem Haas-Auto aus.

Nach seiner Motorenstrafe musste sich Verstappen mühsam nach vorne arbeiten. Als 20. war der siebenmalige Saisonsieger auf den Hochgeschwindigkeitskurs gegangen. Überholmanöver sind in Sotschi schwierig, trotzdem nutzte Verstappen seinen überlegenen Wagen gekonnt, um schnell Plätze gutzumachen. Sotschi-Rekordsieger Hamilton hatte nach einem Drittel des Rennens mehr als neun Sekunden Rückstand auf Norris, Verstappen eilte von hinten heran. Nur fünf Punkte betrug Verstappens WM-Vorsprung vor dem 15. Saisonlauf. Nach der Hälfte der Renndistanz lag Hamilton als Zweiter zwölf Sekunden hinter Norris, Verstappen kam als Fünfter länger nicht an Altmeister Fernando Alonso vorbei.

Die Titelrivalen Verstappen und Hamilton fuhren anschließend fast zeitgleich in der 27. von 53 Runden zum Reifenwechsel, zwei Umläufe danach folgte Norris. „Du kannst das Rennen gewinnen“, rief Toto Wolff, Motorsportchef bei Mercedes, Hamilton per Funk zu. Der einsetzende Regen machte es rutschig. Norris kam kurz vor Ende gleich zweimal von der Piste ab, Hamilton wechselte die Reifen. Das war der Schlüssel zum Sieg. Norris wollte seine Pneus nicht wechseln und wurde dafür böse bestraft. Als Siebter fuhr er enttäuscht über die Ziellinie.