Der nächste US-Amerikaner hat beim deutschen Meister BR Volleys unterschrieben. Mit der Verpflichtung des 23 Jahre alten JT Hatch aus Mesa, Arizona, haben die Berliner die Besetzung der Außen-Annahmeposition mit Moritz Reichert, Samuel Tuia und Zugang Cody Kessel komplettiert. „Er ist ein Spieler, der uns in erster Linie in der Annahme helfen kann“, sagt Volleys-Manager Kaweh Niroomand. Hatch gehört mit 1,89 Meter Körpergröße zu den Kleineren im Kader und hat während seiner in der High-School-Liga im Team der University of California in Los Angeles (UCLA) auch öfter mal als Libero ausgeholfen.

Nach einer ersten Auslandsstation bei Al-Ahli in Katar hat Hatch zunächst für ein Jahr in Berlin unterschrieben. Er ist der fünfte Amerikaner im Kader für die neue Bundesligasaison, die am 12. Oktober beginnt. Der Austausch mit US-Spielern floriert, es scheint so, als könne sich der deutsche Meister amerikanische Volleyballer am Fließband herauspicken. „Was sollen wir machen, wenn die deutschen Spieler alle weggehen, sobald sie halbwegs geradeaus baggern können?“, lautet der Seitenhieb von Manager Niroomand. „Die Amis haben ein gutes Nachwuchssystem, es ist ein Vertrauensverhältnis zur sportlichen Leitung von Team USA gewachsen, so dass wir relativ guten Zugriff auf einen Markt haben, der nicht klein ist.“

Zu Beginn der Nationalmannschaftssaison in diesem Sommer etwa bekamen die Berliner eine schöne Rückmeldung: Noch nie hätten die US-Nationalcoaches ihre Spieler so gesund und explosiv wiederbekommen wie die aus Berlin. Benjamin Patch und Jeff Jendryk waren schließlich maßgeblich an der Silbermedaille beteiligt, die die USA im Nations-League-Wettbewerb hinter Russland gewann. Das Lob aus Übersee gilt dem gesamten Berliner Klub, insbesondere aber wohl Athletikcoach Timo Kirchenberger.

Hinzu kommt die Vermittlerrolle, die frühere Volleys-Spieler wie Scott Touzinsky oder die Shoji-Brüder spielen. „Berlin kämpft jedes Jahr um Titel und dabei will ich helfen. Ich freue mich, auf absolutem Topniveau zu trainieren und zu spielen“, weiß jedenfalls JT Hatch der Sporthallenflair seit seiner Kindheit kennt, da sein Vater als Basketballtrainer, die Mutter Volleyballtrainerin arbeiten.

Bislang waren die BR Volleys davon ausgegangen, dass der Psychologiestudent der wie sein künftiger Kollege Patch sehr gern fotografiert, einer derjenigen ist, die sich pünktlich zum Trainingsstart Mitte August im Horst-Korber-Zentrum einfinden. Wie es aussieht, verzögert sich sein Eintreffen jedoch ebenso wie das der anderen Nationalspieler, die vom 12. bis 29. September an der WM teilnehmen: Hatch wurde gerade in die B-Nationalmannschaft der USA berufen.