Die Polizei durchsuchte das Hotelzimmer des russischen Biathleten Alexander Loginow.
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Berlin - Das Finale der Biathlon-WM im italienischen Antholz findet ohne Alexander Loginow statt, der im Sprint die Goldmedaille und in der Verfolgung Bronze gewonnen hatte. Am Sonnabend hatte die Polizei das Hotelzimmer des 28 Jahre alten Russen, der 2014 des Epo-Dopings überführt worden war, durchsucht. Loginow hatte den Start beim Massenstart daraufhin abgesagt. Er befinde sich „aufgrund der jüngsten Umstände nicht in einem optimalen psychologischen Zustand“ für das Rennen, teilte der russische Biathlon-Verband (RBU) auf Twitter mit

Die Staatsanwaltschaft führte die Durchsuchung auf Basis von Paragraph 586 des Strafgesetzbuches durch. Dieser untersagt die Verwendung oder Verabreichung von Dopingmitteln. Unter anderem wurden Loginows Handy und Laptop konfisziert, auch dessen persönlicher Trainer Alexander Kasperowitsch war Ziel der Operation.

Loginow erregt die Gemüter

„Das Wichtigste ist jetzt, sein psychisches Gleichgewicht wiederherzustellen“, sagte Kasperowitsch über seinen Schützling gegenüber der russischen Nachrichtenagentur Tass. „Was er sich jetzt am meisten wünscht, ist die Wiedervereinigung mit seiner Familie“, fügte er hinzu.

Seit Loginows Rückkehr in den Biathlon-Zirkus nach der Dopingsperre erregt er die Gemüter: Vor der WM 2017 in Hochfilzen hatte der französische Einzel-Weltmeister Loginow heftig kritisiert, worauf es zu einem Eklat bei der Siegerehrung der Mixed-Staffel kam. Der Russe hatte Fourcade den Handschlag verweigert, worauf dieser das Podium verließ. Der Norweger Johannes Thingnes Bö sagte nach Loginows Sprintsieg in Antholz: "Es ist traurig, wenn ein ehemaliger Doper Weltmeister wird."