Luke Sikma führt Alba zum klaren Sieg über Göttingen

Die Berliner Basketballer finden nach einigen Problemen die richtige Einstellung zum Gegner und die Mittel zum Erfolg.

Berlin-Der Dreier von Jonas Mattisseck rauschte über seinen Kopf zum 71:60 hinweg in den Korb. Schon während des Flugs streckte Luke Sikma die Faust nach oben und setzte damit bewusst ein Zeichen an seine Mitspieler. Wenn nach den Königlichen nur wenige Tage später die Veilchen in die eigene Halle kommen, der Gegner BG Göttingen und nicht Real Madrid heißt, braucht es vor allem der richtigen Einstellung. Braucht es Gesten wie die Faust von Luke Sikma, um das Spielfeld mit einem 96:71-Sieg zu verlassen.

Rein mit der roten Kugel: Luke Sikma zeigt das Lächeln eines Siegertypen.
Rein mit der roten Kugel: Luke Sikma zeigt das Lächeln eines Siegertypen.Imago Images/Bernd König

Aber natürlich braucht es auch den richtigen Kader. Und der war bei Alba nach dem Spiel gegen Madrid und vor der Partie gegen Göttingen noch einmal geschrumpft. Johannes Thiemann hatte sich eine Schulterverletzung zugezogen und musste an seinem 26. Geburtstag zuschauen. Seinen Platz nahm Tyler Cavanaugh ein, der ebenfalls am Sonntag 26 Jahre alt wurde. Da aber nur sechs Ausländer spielen dürfen, rotierte für den US-Amerikaner mit Martin Hermannsson ein Isländer aus dem Kader.

Niels Giffey als auffälliger Akteur

Mit dem Start seiner Teamkollegen konnte er durchaus zufrieden sein. Nach gut vier Minuten lagen die Berliner 14:8 in Führung. Auffälligster Berliner: Niels Giffey. Der Kapitän erzielte acht Punkte und überzeugte nach zuletzt ruhigeren Wochen mit starkem Spiel unter dem Korb. Bei den Göttingern war Dylan Osetkowski im ersten Viertel nicht zu stoppen, erzielte zehn der ersten zwölf Punkte seines Teams. Und als auch noch der frühere Berliner Bennet Hundt von der Bank kommend direkt zwei Dreier traf, lagen die Gäste 20:18 vorn. Innerhalb weniger Minuten sollte daraus viertelübergreifend ein 24:32-Rückstand werden.

Alba haderte mit den Entscheidungen der Schiedsrichter, der Spielweise des Gegners und der eigenen Leistung. Besonders deutlich war das bei Sikma zu sehen. Er wirkte unzufrieden, diskutierte mit den Unparteiischen, gab Anweisungen an die Mitspieler. Das wirkte. Mit einem 10:0-Lauf hatte sich Alba Berlin die Führung zurückgeholt, das 34:32 erzielte Sikma per Alley-Oop-Dunk persönlich und lächelte endlich auch mal. Die Einstellung zum Gegner war gefunden, auch wenn es nur mit einem knappen 47:45-Vorsprung in die Kabine ging.

Direkt nach dem Seitenwechsel knüpften die Berliner an die Leistung vor der Pause an und setzten sich Stück für Stück vom Gegner ab. In den knapp sieben Minuten, die Sikma im dritten Viertel auf dem Feld stand, war sein Einfluss nicht nur an seinen persönlichen Statistiken, sondern an seiner Ausstrahlung auf das Team zu sehen. Auf zehn Punkte (64:54) war die Berliner Führung gewachsen und geriet bis zum Ende nicht mehr in Gefahr. Dank der richtigen Einstellung, die sich nicht in Zahlen, sondern Gesten ausdrückt.