Köln - Mit dem 4:1-Sieg gegen Mexiko hat sich die deutsche Nationalmannschaft zum ersten Mal für das Finale des Confederations Cup qualifiziert. Und auch Süle-Ersatz Antonio Rüdiger zeigte sich – wie beinahe die gesamte DFB-Elf – in verbesserter Form. Zum Ende der zweiten Halbzeit stand jedoch für einen kurzen Moment nicht die Leistung des dunkelhäutigen Innenverteidigers im Mittelpunkt, sondern ein Spruch des ARD-Kommentators Tom Bartels.

In der 70. Minute ließ sich Leverkusens Angreifer Javier Hérnandez (Chicharito) in einem Zweikampf mit Rüdiger zu einem leichten Schubser hinreißen. Der deutsche Nationalspieler nahm die Einladung des Mexikaners an und simulierte – auf dem Rasen liegend – große Schmerzen. Während die beiden Spieler kurz darauf in einem Wortgefecht aneinander gerieten, verurteilte Bartels die unnötige Theatralik des DFB-Verteidigers. Aus der Perspektive des Mexikaners sprechend, kommentierte Bartels: „Jetzt mach´ mal nicht den Affen.“

Anfeindungen und Rassismus in der Serie A

Eine gängige Phrase, bei der der erfahrene ARD-Kommentator selbstverständlich nicht auf Rüdigers Hautfarbe anspielen wollte. Dennoch sah sich Bartels, offenbar nach Hinweis eines Kollegen, noch während des Spiels zu einer Richtigstellung genötigt: „Ich bitte Sie, das ist nicht in irgendeiner Form rassistisch gemeint. (...) Wenn sich da jemand verletzt fühlt oder meint, ich hätte das unglücklich formuliert, gebe ich Ihnen Recht, aber bitte, Antonio Rüdiger soll hier keinesfalls beleidigt werden.“

Im Vorfeld des Confederations Cup hatte sich Antonio Rüdiger auf einer Pressekonferenz noch für einen sensibleren Umgang mit dem Thema Rassismus eingesetzt. Der Innenverteidiger wurde in der italienischen Serie A bereits des öfteren Opfer rassistischer Beleidigungen. Auch deshalb wollte sich Tom Bartels womöglich mit aller Vehemenz von aufkommenden Vorwürfen distanzieren. In den sozialen Netzwerken erntete der ARD-Kommentator nach Spielabpfiff überwiegend Lob für seine aufrichtige Entschuldigung: