Windischgarsten - Magische Tränke und die Kunst ihrer Zubereitung sind wichtig. Das ist nicht erst seit Roman-Zauberlehrling Harry Potter bekannt. Schon durch Asterix, den Gallier, weiß man ja, dass es durchaus hilfreich sein kann, als Kind in einen Kessel mit so einer Flüssigkeit gefallen zu sein. Im oberösterreichischen Trainingslager der Eisernen ist man sich dessen ebenfalls voll bewusst. Vor allem auf Zimmer 305 der Köpenicker Reisegruppe.

Dort leben in Windischgarsten unweit der Hochalpen die Herren Grischa Prömel und Marvin Friedrich. Das Duo zeichnete für alle drei Treffer vom ersten Test gegen den SV Ried verantwortlich. „Bei uns gibt es jeden Morgen Zaubertrank auf dem Zimmer“, verriet Doppeltorschütze Grischa Prömel die magische Erfolgsformel.

Neue Belegschaft

Dass das Duo seine Erfolgsstory am kommenden Tag nicht fortschreiben konnte, lag aber weniger daran, dass ihnen die Zutaten für ihre geheimnisumwobene Mixtur ausgegangen sind, sondern war der schlichten Tatsache geschuldet, dass Urs Fischer als verantwortlicher Übungsleiter eine ganz andere Belegschaft gegen BW Linz ins Rennen schickte. Dass da auch drei Treffer gelangen, erfreute.. Auch wenn vor allem Tor Nummer zwei am Ende alles andere als eine zauberhaft schöne Bude gewesen war. Sebastian Polter  fälschte den Hackentrick von Michael Parensen mit dem Außenrist noch ab, raubte ihm also so ein Tor. Was der letzte verblieben Aufstiegsheld von 2009 gelassen sah. „Er hatte es zwar versprochen, aber Polter muss man ja anschießen, schöne Tore kann er ja nicht“, so der 33-Jährige. 

Ruhnert im Dauerstress

Alles irdisch also, keine große Hexerei. Dennoch geriet auch Manager Oliver Ruhnert in der jüngeren Geschichte in den Verdacht, ein Absolvent der berühmten Zauberschule zu sein. „Zeit“, so bekannte er jüngst, sei ein kostbares Gut.


Nur wie der Mann das alles schafft, ist Außenstehenden ein Rätsel. Er füllt seinen Job als Fraktionsvorsitzender der Linken im Stadtrat von Iserlohn aus, auch als Schiedsrichter ist er unterwegs, und er hat es bereits im ersten Halbjahr auf die nötigen zehn Einsätze im Kalenderjahr gebracht, die für eine Verlängerung seiner Lizenz als Unparteiischer notwendig sind. Trips nach Italien zur U21-WM wurden da auch ohne schnellen Flugbesen absolviert.

Und so ganz nebenbei hat er ja auch noch den europäischen Transfermarkt quasi leergekauft, wenn man die 12 Verpflichtungen der Köpenicker so betrachtet. Da wurde neben den deutschen Landen aus Frankreich, Österreich, Holland, und Belgien verpflichtet, Dänen, Nigerianer Serben, Ösis und Niederländer unter Vertrag genommen. Vielfach ablösefrei übrigens! 

Alles magische Wesen, von denen er wusste, wo sie zu finden waren und die die Magie des Klassenerhaltes bewerkstelligen sollen. Die Fernkommunikation mit der Schweiz war dazu sein täglich Brot, auch ohne Nachrichten übermittelnde Eulen oder sprechende Hüte. Was am Ende nur den einen Schluss zulässt: Der 46-Jährige, der ja auch noch eine Lebensgefährtin vorzuweisen hat, muss in den Besitz von Hermines Zeitumkehrer gekommen sein.

Doch weltliche Freuden sind auch eine großen Zauberer nicht fremd. Für den 46-Jährige Ruhnert galt das In Bezug auf ein neues Handy: Der Akku seines Vorgängermodells konnte mit seiner Vieltelefoniererei nicht Schritt halten, hat oft schlapp gemacht. Auch die anberaumte halbjährige Tagung mit dem Scoutingstab der Köpenicker um Stefan Studer und Theo Gries dient ja eher dazu, Zukunftsdeutungen zu vermeiden und handfeste Daten zu gewinnen als Basis für künftige Entscheidungen.

Fischer sorgt für gute Laune

Denn in der Verteidigung gegen die dunklen Küste eines Brause-Imperiums, dessen Name bei den Eisernen nicht genannt wird, muss ja entsprechend Personal wirken können am ersten Spieltag. Das ist die Aufgabe, deren sich Urs Fischer angenommen hat. Das Personal gilt es bei Laune zu halten, was vor Ort auch mit freien Tagen wie am gestrigen Sonntag versucht wird zu erreichen. Wie dann auch im täglichen Übungsbetrieb. Dies scheint dem auch ohne Zauberstab zu gelingen, wie Michael Parensen mit Sinn für Humor verriet. Kein Hexen-Ein-mal-Eins nötig. 

Die Profis bekommen es trotz ihrer großen Anzahl häufiger mit dem Ball zu tun und nicht wie im Schulsport vorgesehen − nur mindestens alle acht Minuten. „Das ist ja in erster Linie die Aufgabe der Trainer, das hinzubekommen. Aber bislang ist es noch nicht so, dass irgendjemand sich vor langer Weile beschweren kann. Das funktioniert ganz gut. Die Abläufe sind nicht viel anders als im letzten Jahr. Die Wechsel auf der einen oder anderen Position sind mehr geworden während des Trainings. Ansonsten aber hat sich nicht viel geändert.“