Die dicken Kopfhörer hatte Anthony Ujah längst über die Ohren gezogen, lässig baumelte eine afrikanische Kette aus kleinen Holzkugeln um seinen Hals. Wer den 21-jährigen Nigerianer so beobachtete, als er am vergangenen Samstag aus dem Mannschaftsbus des Fußball-Bundesligisten FSV Mainz 05 stieg und den Eingang zur altehrwürdigen Heinrich-Graf-Sportanlage in Eschborn suchte, der kam um einen Vergleich mit Italiens EM-Star Mario Balotelli kaum umhin – zumindest optisch. Denn auf dem Platz fehlte der scheinbaren Miniatur-Ausgabe des extrovertierten Stürmers von Manchester City zuletzt noch so einiges.

Bisher konnte er sein Talent und die hoch geschätzten Fähigkeiten, deretwegen die Mainzer ihn vor einem Jahr in die Bundesliga geholt und an den norwegischen Klub Lilleström SK 2,5 Millionen Euro Ablöse gezahlt hatten, noch nicht nachweisen. Nie konnte Ujah vollends überzeugen, einmal − am zwölften Spieltag der vergangenen Saison beim 3:1-Heimsieg gegen den VfB Stuttgart − wähnte man ihn angekommen. Ujah schoss zwei Treffer für die Mainzer, es blieben seine beiden einzigen Tore in insgesamt zwölf Ligaeinsätzen. In seinem ersten Jahr am Bruchweg schien Ujah auf dem besten Weg, als großes Missverständnis in die Vereinschronik eingetragen zu werden. Ein Fehleinkauf. Der Boulevard vermeldete schon seinen Abgang im Sommer, alles deutete auf ein schnelles Ende hin, zumal der Mainzer Manager Christian Heidel stets keinen Hehl daraus machte, zahlreiche Angebote für den Nigerianer vorliegen zu haben. Das richtige war allerdings nicht dabei. Denn ganz so einfach wollten sie den U23-Nationalspieler dann doch nicht gehen lassen, schließlich hat dieser noch einen Vertrag bis 2015 und eben viel Geld gekostet. Ein Ausleihgeschäft schwebte den Verantwortlichen vor, das ist auch jetzt noch nicht ganz vom Tisch.

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