Malaika Mihambo sprang bei der WM in Doha auf 7,30 Meter.
Foto: Laci Perenyi/Imago Images

BerlinMittlerweile geht sie routiniert damit um. Kurz für ein Foto stehenbleiben, einige Schritte gehen, um fürs nächste Foto anzuhalten. Immer dabei: Ein entspanntes Lächeln. Dort, wo Malaika Mihambo auftaucht, sind alle Augen auf sie gerichtet, betritt sie den Raum, beginnen die Fotografen ihre Arbeit. Das ist auch am Donnerstagmittag bei einem von mehreren Presseterminen in Berlin-Mitte so. Sie sind die natürliche Folge des vergangenen, ihres sportlich erfolgreichsten, Jahres. Erstmals sprang sie über sieben Meter und knackte diese Schallmauer für Weitspringerinnen noch weitere Male. Die genaue Zahl der Sieben-Meter-Sprünge, sagt sie, könne sie gar nicht mehr nachvollziehen, das zähle sie nicht. In ihrem Bewusstsein sind vielmehr: der deutsche Meistertitel, die Goldmedaille bei der WM, die Wahl zu Deutschlands Sportlerin des Jahres.

Vor wenigen Tagen ist sie 26 Jahre alt geworden, durch ihre Leistungen aber schon 2019 zum Star der deutschen Leichtathletik aufgestiegen. Das bekommt sie immer häufiger zu spüren. „Natürlich hat man mehr Aufmerksamkeit, aber ich bin dieselbe geblieben und unberührt davon“, sagt sie, nippt an ihrer Tasse frischen Ingwertee, die ihr zu Beginn des Pressetermins gereicht wurde. Auch beim Istaf-Indoor am Freitagabend werden alle Augen auf sie gerichtet sein, ist sie die große Favoritin in ihrem Wettkampf, der um 18.50 Uhr beginnt. 2019 ist sie in der Arena am Ostbahnhof mit 6,99 Metern einen Meetingrekord gesprungen. Das scheint für Außenstehende und Fans, gerade nach ihrer letztjährigen Weitenjagd, die bei der WM in Doha mit 7,30 Meter ihren bisherigen Höhepunkt fand, ausbaufähig zu sein. Die Erwartungen sind gestiegen. Bei Olympia im Sommer in Tokio gehen die meisten von einer Goldmedaille aus. Das könne sie verstehen. Aber: „Ich muss weiter genauso hart trainieren und in meinen Körper reinhören, damit ich nicht zu viel gebe.“

Mihambo will EM-Titel verteidigen

Denn die Saison bestehe nicht nur aus Olympia, sondern auch die Europameisterschaft genießt bei der Weltmeisterin einen hohen Stellenwert. „Da möchte ich natürlich meinen Titel verteidigen“, erzählt Malaika Mihambo. Jeder Wettkampf wird von ihr weiterhin sehr ernst genommen. Auch das Indoor Istaf. Die sieben Meter, die sie in der Halle noch nie gesprungen ist, sind da eine gute Motivation. „Draußen hat es ja auch etwas länger gedauert“, sagt sie. Ihre Hallenbestleistung steht bei 6,99 Meter von 2019 in Berlin. Kann sie diese, wie sie es sich zum Ziel gesetzt hat, verbessern, knackt sie die sieben Meter. Und den danach folgenden Foto-Marathon wird sie genauso routiniert absolvieren, wie den Termin am Donnerstagmittag.