Berlin - Die Ankündigung, dass am Mittwoch etwas passieren würde, hatte es schon am Vorabend gegeben. Mit drei Unterschriften-Emojis heizte Alba Berlin in den sozialen Medien die Gerüchte noch einmal an. Manch Optimist hoffte mit diese Botschaft auf drei Unterschriften, die Realisten blieben etwas zurückhaltender, glaubten nur an einen Vertrag. Allein der Wunsch nach einem Namen einte beide Lager: Maodo Lo. Und der wurde erfüllt, der Berliner unterschrieb nach seiner Rückkehr von den olympischen Spielen in Tokio einen Vertrag bis zum Ende der Saison 2022/23, bleibt also mindestens zwei weitere Jahre in seiner Heimatstadt. „Ich freue mich auf die nächsten beiden Jahre bei Alba und besonders darauf, endlich wieder vor unseren Fans in Berlin zu spielen, wenn es die Pandemielage zulässt“, wird der Nationalspieler in einer Pressemitteilung zitiert.

Maodo Lo war deutscher Topscorer bei Olympia

Während des Turnieres in Tokio bekamen einige Berliner Fans schon etwas Angst, dass der 28-Jährige als Topscorer und bester Vorlagengeber einer deutschen Mannschaft, die es überraschend bis ins Viertelfinale geschaffte hatte, plötzlich interessant für anderen Vereine geworden sei und er – nach Niels Giffey, Peyton Siva, Simone Fontecchio und Jayson Granger – der nächste Leistungsträger sein könnte, der den deutschen Meister verlässt. Aber wie bereits vor seinem Wechsel aus München im vergangenen Jahr hatte auch diesmal die Heimat Berlin mit all ihren weichen Faktoren einen wichtige Rolle in seiner Entscheidungsfindung gespielt. „Es ist sehr schön für mich, in meiner Heimatstadt, bei meiner Familie und Freunden zu sein“, so Lo.

Zudem hätte es in seinem ersten Jahr sportlich kaum besser laufen können. Auch wenn das Pokalfinale in München noch verloren ging, gewann Lo mit Alba den Meistertitel und hofft mindestens für die nächsten zwei Jahre, „dass wir weiterhin so erfolgreich spielen, dass wir auch in der EuroLeague wachsen, dort mehr und mehr Erfahrung sammeln und als Mannschaft die nächsten Schritte gehen“. Nach anfänglichen Problemen im Alba-System und einer Covid-19-Erkrankung konnte der Aufbauspieler gerade gegen Ende der abgelaufenen Saison und zuletzt bei den Olympischen Spielen sein Potenzial zeigen. „Wir glauben, dass er bestens ins Team passt. Es war offensichtlich, wie gut er sich auf unseren Spielstil eingestellt hat“, sagt Himar Ojeda.

Yovel Zoosmann ist ein heißer Kandidat

Der Sportdirektor freute sich natürlich über die Vertragsverlängerung, muss aber dennoch weiter am Kader für die neue Saison arbeiten. Den Abgängen steht mit dem Israli Tamir Blatt bislang erst eine Verpflichtung gegenüber. Dessen Landsmann Yovel Zoosman wird seit Wochen ebenfalls mit Alba Berlin in Verbindung gebracht und wurde auch am Dienstagabend nach den drei Emojis von den Optimisten unter den Fans ins Spiel genannt. Zumindest die Realisten sollten am Mittwoch Recht behalten.