Berlin - Diese Würfe hatte sich Maodo Lo lange aufgehoben. Sechs Versuche hatte Alba Berlins Point Guard bis 84 Sekunden vor Ende des ersten Finalspiels gegen den FC Bayern München daneben gesetzt. Dann traf er erst einen Korbleger zum Ausgleich und wenig später einen Dreier zur 85:82-Führung. Und als der gebürtige Berliner gegen seinen Ex-Klub sogar noch einen Dreier drauf setzte, war das Spiel entschieden: Alba Berlin gewann das erste Duell der Finalserie mit 89:86 und geht mit einer 1:0-Führung in Spiel zwei der Best-of-Five-Serie, das bereits am Donnerstag (20.30 Uhr) in Berlin steigt.

Johannes Thiemann und Luke Sikma sind zurück

Die erste gute Nachricht gab es mit der Rückkehr von Johannes Thiemann und Luke Sikma bereits vor dem Spiel. Die zweite gute Nachricht folgte nach 63 Sekunden mit dem ersten getroffenen Wurf von Marcus Eriksson, der direkt noch zwei Dreier folgen ließ und das punktlose Spiel vier in Ulm offenbar in den drei Tagen Pause aus dem Kopf sowie dem Körper bekommen hatte. Nach vier Minuten lag Alba Berlin mit 11:5 in Führung und sorgte früh für Unmut auf der Bayern-Seite. Den hatte der Titelverteidiger in der Anfangsphase vor allem mit einer intensiven Verteidigung provoziert. Die Gastgeber wirkten fokussierter und lagen beim 24:14 erstmals mit zehn Punkten in Führung.

Danach aber gab es gerade offensiv einen kleinen Bruch im Alba-Spiel. Die Münchner, die vor der Partie bekanntgaben, dass sie in der kompletten Finalserie auf Nationalspieler Paul Zipser verzichten müssen, hatten defensiv die Intensität erhöht und damit nicht zum ersten Mal in den vergangenen Jahren den offensiven Rhythmus der Berliner gebrochen. Offensiv half Nihad Djedovic den Bayern mit zwei Dreiern, gut zwei Minuten vor der Halbzeit war die Partie beim Stand von 38:38 wieder ausgeglichen und der Energielevel bei beiden Teams mittlerweile bei 100 Prozent angelangt. Mit dem Publikum im Rücken aber ließen sich die Berliner davon nur kurz beeindrucken und gingen mit einem 45:40-Vorsprung in die Kabine. Auf dem Weg dorthin lieferte sich Bayern-Geschäftsführer Marko Pesic noch einen kleinen verbalen Schlagabtausch mit den Berliner Anhängern.

Alba Berlin sendet die Signale an die Zuschauer

Als die Teams wieder zurück auf dem Feld waren, hatten sich die Emotionen etwas gelegt. Doch natürlich blieb es nicht sehr lange ruhig. Spätestens mit dem Block von Albas Ben Lammers und dem verworfenen Dreier von Münchens Vladimir Lucic hatten die 1450 Zuschauer den Pegel in der Arena am Ostbahnhof nach oben geschraubt. Und die Berliner Spieler verstanden es gerade im dritten Viertel genau die richtigen Signale an die Fans zu senden. Zwei Dreier von Marcus Eriksson, ein Ballgewinn, zwei Blocks von Christ Koumadje: Alba Berlin setzte die Highlights und hatte mit Maodo Lo den Matchwinner.