Berlin - Als die vorerst letzte Dienstreise in der Champions League am Donnerstag mit der Landung in Dortmund endete, saß der Stachel der Enttäuschung bei Marco Rose immer noch tief. „Das ist ein Einschnitt“, klagte der frustrierte Trainer von Borussia Dortmund nach der folgenschwersten Niederlage seiner noch kurzen Amtszeit.

Das Vorrunden-Aus in der Königsklasse durch das 1:3 (0:2) bei Sporting Lissabon hatte nicht nur bei Rose Spuren hinterlassen - es könnte weitreichende Konsequenzen haben. „Es ist nicht nur finanziell, sondern auch sportlich und auch vom Image ein Rückschlag“, sagte Sportdirektor Michael Zorc vor dem Rückflug: „Es tut im Moment nur weh.“

Haalands Verbleib in Dortmund steht noch mehr infrage

Die Chancen auf einen Verbleib von Sturmjuwel Erling Haaland im Sommer sind angesichts einer Ausstiegsklausel ohnehin minimal. Dass der derzeit schmerzlich vermisste Norweger mit der eingebauten Torgarantie nach der Winterpause nur noch in der Europa League aufläuft, dürfte ihm nicht schmecken. Auch für seine Mitspieler ist der Abstieg aus Europas Beletage schwer zu verdauen. „Das wirft uns in unserer Entwicklung zurück, weil wir einfach nicht lernen“, sagte Kapitän Marco Reus nach einem, wie er fand, „beschissenen Abend“.

Das für Reus „schwer zu akzeptierende“ Aus nach zwei Siegen zum Start in die Gruppenphase hatte sich der DFB-Pokal-Sieger selbst zuzuschreiben. Der kurz vor dem Anpfiff für Raphael Guerreiro (muskuläre Probleme) in die Mannschaft gerückte Nico Schulz patzte beim ersten Gegentreffer durch Pedro Goncalves kapital. „In solchen Spielen darfst du noch weniger Fehler machen. Wir haben zu viele Fehler gemacht“, analysierte Rose und beklagte, dass der portugiesische Meister in den entscheidenden Situationen „konsequenter und kompromissloser“ gewesen sei.

Dortmunder bauen Lissabon mit ihren Fehlern auf

Reus wollte Schulz aber nicht als Alleinschuldigen hinstellen. „Wir brauchen jetzt nicht auf Einzelne zeigen, wir haben es heute im Kollektiv nicht auf den Platz gebracht“, sagte der Nationalspieler.

Dabei war der Gegner alles andere als furchteinflößend. Sporting wurde erst durch die BVB-Fehler angestachelt und bestrafte diese mit den weiteren Toren von Pedro Goncalves und Pedro Porro. Die Rote Karte von Emre Can nach einer versuchten Tätlichkeit (74.) hinderte beim Versuch einer Aufholjagd zusätzlich. Der Treffer von Donyell Malen in der Nachspielzeit kam zu spät.

Die Ausfälle von Haaland, Guerreiro, Mats Hummels (Rotsperre) und Thorgan Hazard (Covid-19) konnte der BVB nicht kompensieren. „Wir müssen besser werden“, forderte Rose auch mit Blick auf die Ligaduelle am Sonnabend (15.30 Uhr/Sky) beim VfL Wolfsburg und eine Woche später gegen Bayern München.