Natürlich hatte er vor dem Spiel noch eine Dusche genommen. Und auch auf das individuelle Stretching nach dem Spiel hatte Marcus Eriksson nicht verzichtet. Beides sind nicht nur Marotten. „Die Dusche hilft mir immer, um noch einmal richtig wach zu werden, bevor es zur Halle geht“, sagt der Schwede. Mit Erfolg, wie beim 92:81-Erfolg im BBL-Pokal gegen Würzburg zu sehen war. Immerhin beendete Marcus Eriksson sein Pflichtspieldebüt für Alba Berlin gleich als Topscorer der Mannschaft, erzielte 19 Punkte.

Als einziger der Sommerzugänge hatte es Eriksson in die Startformation der Berliner geschafft. Dass sein erster Wurfversuch gleich hinter der Dreierlinie erfolgte, war nicht überraschend. Eher, dass er nicht im Korb landete. Der 25-Jährige wurde vor allem wegen seiner Gefahr von außen verpflichtet. Doch auch ein guter Schütze braucht Anlaufzeit. „Das erste offizielle Heimspiel ist immer speziell. Das erste Mal vor den eigenen Fans zu spielen, da ist man manchmal noch etwas nervös“, erzählte er nach dem Spiel. Die Nervosität ließ er sich auf dem Feld nicht anmerken. Auch nicht, als der zweite Wurf daneben ging. Erleichtert wirkte er aber, als er im dritten Anlauf traf: natürlich per Dreier.

Eriksson brilliert gegen Würzburg

Die 7.233 Zuschauer, unter denen sich auch seine verletzten Teamkollegen Stefan Peno, Peyton Siva und Johannes Thiemann befanden, durften im weiteren Spielverlauf sehen, dass Marcus Eriksson mehr als nur der eindimensionale Distanzschütze ist. Neben seinen drei erfolgreichen Dreiern waren Korbleger, Floater und Mitteldistanzwürfe aus der Bewegung zu bestaunen.

„Es ist falsch, ihn auf seine Dreierstärke zu reduzieren. Natürlich ist das seine erste Qualität, aber er macht mehr“, sagt Alba-Geschäftsführer Marco Baldi, „er ist lang, man muss ihn auf eine bestimmt Art und Weise verteidigen, weil er so gut Dreier werfen kann und das öffnet wiederum andere Möglichkeiten. Dass er selber zum Korb zieht oder andere Spieler einsetzt. Das macht er zunehmend.“

Mit seiner Offensivgefahr hatte Eriksson großen Anteil daran, dass sein Team im zweiten Viertel mit 41:33 erstmals etwas komfortabler führte. Bei allen offensiven Glanzpunkten offenbarte Eriksson allerdings noch defensive Probleme. Wenngleich das für fast alle in der Mannschaft galt. Den Würzburgern wurden zu viele Offensivrebounds gestattet, in der Verteidigung waren noch einige Abstimmungsprobleme zu sehen.

Alles Dinge, die sich im Laufe der Saison einspielen werden. Und auch das Spiel von Marcus Eriksson wird sich weiter ändern. Denn: „Das, was er wollte - ein Trainerteam, das ihn so schult, dass er zu seinem Spiel noch etwas hinzubekommt - wird er hier bekommen“, sagt Marco Baldi, „das wird uns aber auch helfen, wenn er noch vielseitiger wird.“