Mönchengladbach - Borussia Mönchengladbach und Marcus Thuram schämen sich. Für das unentschuldbare Verhalten seines sonstigen Musterprofis fand Trainer Marco Rose bereits nach Borussias erster Liga-Heimniederlage in dieser Saison deutliche Worte. Stunden nach dem enttäuschenden und unschönen Ende des Gladbacher Bundesliga-Jahrs zeigte auch Thuram selbst Reue. „Heute ist etwas passiert, das nicht meinem Charakter entspricht und niemals hätte passieren dürfen“, schrieb der 23 Jahre alte französische Nationalspieler am späten Sonnabend bei Instagram und entschuldigte sich „bei jedem“.

Trainer Rose wirkt nach Ekel-Auftritt irritiert

Schon unmittelbar nach dem 1:2 (1:0) gegen die TSG 1899 Hoffenheim wirkte Chefcoach Rose nach Thurams Ekel-Aktion irritiert. Beim Stand von 1:1 hatte der Sohn des früheren französischen Weltmeisters Lilian Thuram Gegenspieler Stefan Posch ins Gesicht gespuckt und dafür Rot gesehen (79. Minute). „So etwas gehört nicht auf den Fußballplatz. Das ist weit über die Grenze hinaus gegangen. Das gehört sich nicht“, schimpfte Rose. Neben der fatalen Außendarstellung droht Thuram nun eine lange Sperre. „Natürlich werde ich alle Konsequenzen für mein Gebärden akzeptieren“, schrieb der Stürmer später.

Eine der ersten Konsequenzen seiner Aktion war die unnötige Niederlage. Gegen zehn müde Borussen traf Ryan Sessegnon (85.) noch spät zum ersten Hoffenheimer Sieg gegen Gladbach seit dreieinhalb Jahren. „Karma, möglicherweise. Dann verlierst du das Spiel“, sagte Rose und kündigte ein Gespräch mit dem Übeltäter an. „Damit der Mannschaft auch einen Bärendienst zu erweisen, das geht nicht.“

Thuram galt lange als Vorzeigeprofi. Reflektiert, bodenständig, fleißig, stets gut gelaunt und ein Teamplayer – so kannten die Verantwortlichen und Mitspieler bei Borussia den Stürmer seit seinem Wechsel im Sommer 2019 an den Niederrhein. „Er hat uns in anderen Situationen schon den Arsch gerettet“, sagte Valentino Lazaro über seinen Teamkollegen, der gegen Hoffenheim etwa den durch Kapitän Lars Stindl zur Führung verwandelten Elfmeter (24.) herausgeholt hatte.

Durchwachsenes Zwischenfazit

Der Auftritt passte irgendwie zum Zwischenfazit des bisherigen Hinrunden-Abschnitts der Borussia bis zum Jahresende. Eigentlich hätte Gladbach in der Liga aufgrund der Leistungen vier bis fünf Punkte mehr verdient gehabt. So hinkt der Club mit 18 Punkten den Ansprüchen als Achter hinterher. „Das gibt uns kein gutes Gefühl“, sagte Rose nach der ersten Heimniederlage seit sieben Monaten. „Wir wollten unsere Tabellensituation verbessern. Das haben wir nicht geschafft. Deshalb haben wir im neuen Jahr 'ne Menge Arbeit vor uns.“

Nach intensiven Wochen in der Champions League und der Bundesliga kriechen die Spieler müde „auf dem Zahnfleisch“ (Lazaro) Weihnachten entgegen. Gerade in den Heimspielen ließen die ausgelaugten Borussen zu viele Punkte liegen.