Marius Bülter kam beim Test-Doppelpack der Eisernen gegen Royale Union Saint-Gilloise zum Einsatz.
Foto: Ottmar Winter

OrihuelaVerstecken kann er sich nicht mehr. Auch wenn man mal beim Training unvermittelt unpässlich ist. Kameraaugen überall. Gut, dass er wenigstens in der Weihnachtspause abtauchen konnte. Denn bei seinem Trip in den sonnigen Süden zusammen mit seiner Freundin ist Marius Bülter unerkannt geblieben.

Das ist in Köpenick natürlich anders. Und auch verständlich nach einem halben Jahr, in dem sich der 26-Jährige mit seinem Doppelpack gegen Dortmund (3:1) und seinem Treffer beim 2:0 gegen Freiburg buchstäblich ins Rampenlicht geschossen hat. 16 von 17 möglichen Spielen gemacht. Davon 13-mal in der Startelf gestanden. Ein steiler Karriereschritt für einen Fußballer, der vor seinem Wechsel zu Union gerade einmal eine volle Spielzeit in der Zweiten Liga reüssiert hat. Verständlich, dass man die Winterpause auch genutzt hat, um das letzte Halbjahr noch mal Revue passieren zu lassen. „Ich denke, ich komme damit gut klar. Meine Familie und meine Freundin holen mich schon auf den Boden zurück, dass ich da nicht abhebe und das einordnen kann“, so der gebürtige Nordrhein-Westfale. Nicht, dass die Gefahr wirklich bestanden hätte. Bülter ist absolut geerdet, er sagt: „Ich bin ja durch die Bundesliga jetzt nicht auf einmal ein besserer Mensch geworden, auch wenn man ein Stück weit stolz auf das ist, was so passiert ist.“

Bülter wurde zweitweise auf die Bank verbannt

Selbst seine zeitweise Verbannung auf die Bank in der Spätphase der Hinrunde kann der linke Flügelmann gut einordnen. „Da haben wir ja mit einem anderen System gespielt, wo es meine Position nicht unbedingt gab. Aber wir haben diese Spiele gewonnen. Da bringt es ja nichts sauer zu sein. Und ich bin ja dann doch oft genug reingekommen“, sagt der studierte Maschinenbauer.

Logisch, dass er natürlich trotzdem immer lieber von Beginn an sein Fußwerk verrichten möchte. Dafür ackert er derzeit im sonnigen Spanien. Trainer Urs Fischer hat ihn auch weiter auf dem Zettel. Vielleicht nicht mehr nur als Angreifer, sondern auch bei einem 4-4-2 im linken Mittelfeld.

Seine leichten Formschwankungen im Saisonverlauf sind für ihn erklärbar. „Vielleicht waren am Ende die Tore nicht mehr so da, obwohl ich einige Chancen hatte. Da hat vielleicht auch mal das bisschen Glück gefehlt. Das gilt es jetzt wieder für mich zurückzuarbeiten, dass die Bälle wieder reingehen.“ Ein Punkt, der ihm übrigens kein großes Kopfzerbrechen machen muss. Denn es wäre arg verwunderlich, wenn die Köpenicker nicht ihre Kaufoption ziehen würden. Egal für welche Liga!