Marius Bülter (r.) ersetzt Christopher Lenz auf der linken Außenposition.
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Berlin-KöpenickEs ist eine kuriose Situation, die den 1. FC Union vor den finalen vier Saisonspielen in der Bundesliga beschäftigt. Es gab zuletzt kaum eine Position, auf der die Rollen bei den Eisernen so klar verteilt waren, wie auf der des linken Verteidigers. Zum Aufstieg führte Routinier Ken Reichel die Köpenicker, während sich  Christopher Lenz im Hintergrund in Ruhe weiterentwickeln konnte. In der Bundesliga übernahm dann Lenz, während Reichel in den Hintergrund rückte.

Doch vor dem richtungsweisenden Auswärtsspiel gegen den 1. FC Köln (Sonnabend, 15.30 Uhr) steht Trainer Urs Fischer ausgerechnet auf dieser einst so konstanten Position vor der Qual der Wahl. Denn Stammspieler Christopher Lenz fällt weiterhin angeschlagen aus, musste, wie der Schweizer in der obligatorischen Pressekonferenz vor dem Spiel offenbarte, in der vergangenen Woche mehrmals das Mannschaftstraining abbrechen. Der 25-Jährige kommt damit seit der Corona-Pause nur auf ein volles Spiel gegen den FC Bayern (0:2), sowie 60 Minuten gegen Borussia Mönchengladbach (1:4).

Gegen Hertha BSC (0:4) durfte Lehrmeister Ken Reichel seit langem wieder starten. enttäuschte jedoch auf ganzer Linie. Zu langsam war die Defensivkombination mit Neven Subotic, um es mit einem Wirbelwind wie Dodi Lukebakio aufzunehmen. Es gilt  unausgesprochen als sicher, dass der 33-Jährige die Eisernen nach Vertragsende im Sommer verlässt.

Gegen Mainz durfte deshalb der eigentliche Rechtsverteidiger Julian Ryerson die Vakanz auf der linken Seite füllen – verletzte sich jedoch nur fünf Tage später gegen Mönchengladbach schwer. Die Saison ist für den Norweger beendet.

Marius Bülter überzeugt

So versuchte es Trainer Fischer gegen Schalke 04 schweren Herzens mit dem anderen Senkrechtstarter der Eisernen: Marius Bülter. Der half schon bei seinem früheren Klub Magdeburg in sechs Partien als rechter und in einer Partie als linker Verteidiger aus – und überzeugte nun seinen Coach beim Remis gegen die Königsblauen nachhaltig. „Marius hat das wirklich gut gemacht“, lobte Fischer und erklärte: „Ich denke, man hat es nicht einfach, wenn man plötzlich einige Reihen weiter hinten spielen muss. Wir haben uns davor darüber ausgetauscht, Marius hat gesagt, dass er es sich zutraut.“

Haben die Eisernen da womöglich eine Dauerlösung gefunden? „Er könnte auch für die übrigen Partien eine Option sein“, sagte sich Fischer und ließ sich nicht aus der Reserve locken, als er meinte: „Je nach Personalsituation.“

Heißt: Wenn Christopher Lenz wieder fit ist, führt weiterhin kein Weg am gebürtigen Marienfelder vorbei. Auch, weil die Eisernen Bülters Qualitäten vornehmlich im Angriff brauchen. Denn Urs Fischer weiß auch: „Um Spiele zu gewinnen, benötigen wir vor allem Tor-Chancen.“