Berlin - Es ist immer wieder ein Schreckmoment, wenn Eishockeyprofis nicht alleine vom Eis gehen können, sondern von Teamkollegen oder Betreuern gestützt werden müssen. Und so stockte am Montagabend gewiss manchem der Atem, als sich Mark Olver, Mittelstürmer der Eisbären Berlin, im zweiten Drittel der Partie bei der Düsseldorfer EG (3:5) mithilfe von Marcel Noebels und Physiotherapeut André Kreidler von der Spielfläche schleppte.

Die Diagnose folgte bald darauf: tiefe Risswunde. Nachdem er in einem Düsseldorfer Krankenhaus mit acht Stichen genäht wurde, reiste der 33-Jährige mit den Kollegen zurück nach Berlin, wird der Mannschaft für einige Spiele allerdings nicht zur Verfügung stehen. Ähnliches könnte auch Haakon Hänelt, 17, drohen, der wegen Knieproblemen ebenfalls frühzeitig das Spiel beenden musste. Die genaue Diagnose steht noch aus. „Wir müssen einfach hoffen, dass beide einigermaßen gut durchkommen“, sagt Geschäftsführer Peter John Lee.

Die beiden Ausfälle wollte Trainer Serge Aubin dennoch nicht als Entschuldigung gelten lassen für die zweite Niederlage binnen weniger Tage. Der Kanadier ging mit seinem Team hart ins Gericht: „Wir waren vierzig Minuten lang nicht existent. Unser Einsatz hat mir überhaupt nicht gefallen“, sagte der Kanadier. „Wir hatten zu viele Mitläufer. Einige Spieler müssen sich steigern und Verantwortung übernehmen“, forderte Aubin.

Sebastian Streu kehrt aus Weißwasser zurück

Dass sich die Hauptstädter im Schlussdrittel aufrafften und zwischenzeitlich noch auf 3:4 verkürzten, konnte den Trainer nicht besänftigen: „Das war zu wenig.“ Verteidiger Jonas Müller monierte, dass der Forecheck nicht wie gewohnt funktionierte: „Wir haben den Düsseldorfern zu viel Zeit gelassen“, sagte er bei Magentasport. Zudem habe die Mannschaft in den ersten beiden Spielabschnitten „eindeutig viel zu wenig“ Torschüsse abgegeben.

Bereits am Donnerstag können sich die Eisbären schadlos halten, dann sind die Iserlohn Roosters zu Gast in der Arena am Ostbahnhof (18.30 Uhr, Magentasport). Um die Ausfälle zu kompensieren, wird Sebastian Streu vom Kooperationspartner Lausitzer Füchse nach Berlin zurückkehren. Allerdings liegt einem Comeback im EHC-Trikot ein aufwendiges Testsystem zugrunde.

Das ist auch der Grund, warum Zach Boychuk, den der EHC in der vergangenen Woche vom Schweizer Topklub HC Fribourg-Gottéron in die Hauptstadt lotsen konnte, weiterhin nicht zur Verfügung steht. Gerade jetzt, wo mit Olver ein Mittelstürmer ausfällt, hätte er die erste Ausfallwelle dämpfen können, nachdem die Eisbären bislang ohne größere Komplikationen durch die Saison gekommen sind – inklusive Schreckmomenten, auf die jeder gerne verzichtet.