Berlin - Nach dem Verlust der Tabellenführung ging Mark van Bommel schnell und vor allem optimistisch zur Tagesordnung über. „Wir sind jetzt fünf Spiele lang unterwegs und es sieht ja nicht schlecht aus“, sagte der Trainer des VfL Wolfsburg, der nach dem 1:1 (0:1) gegen Eintracht Frankfurt Rekordmeister Bayern München die Spitzenposition in der Liga überlassen musste. 13 von 15 möglichen Punkten, bislang nur zwei Gegentore – wie unter van Bommels Vorgänger Oliver Glasner gehören die Niedersachsen auch unter ihrem neuen Coach aktuell zu den Bundesliga-Topklubs.

Dass es gegen die Hessen keinen Sieg gab, irritierte den Niederländer nicht, er sieht die Entwicklung seiner Schützlinge positiv: „Ich bin stolz auf die Art und Weise, wie wir gespielt haben.“ Es ist eine Mixtur aus Willenskraft und Präzision, die der 44-Jährige seiner Truppe eingeimpft hat, die Resultate in der Bundesliga bestätigen ihn. Bislang auch in der Champions League, zum torlosen Auftakt beim OSC Lille nahmen die Norddeutschen trotz gebrauchter Tagesform und Unterzahl in der Schlussphase einen wichtigen Auswärtszähler mit.

Und auch die Fähigkeit, nicht einkalkulierte Punktverluste nicht teilnahmslos, aber mit einer gewissen Gelassenheit hinzunehmen, hat van Bommel den Norddeutschen scheinbar vermitteln können. „Wir werden sehen, für was dieser Punkt irgendwann gut ist“, sagte Mittelfeldspieler Maximilian Arnold nach dem Remis gegen Frankfurt.

Fest steht: Für die Doppelbelastung mit Bundesliga und Königsklasse ist der Wolfsburger Kader gut aufgestellt. Van Bommel konnte gegen die Eintracht personell rotieren, ohne dass seine Spielidee verloren ging: „Ich bin stolz auf die Art und Weise. So macht es Spaß – und ich glaube, dass die Zuschauer das auch so sehen. Was besser werden muss, ist die Chancenauswertung. Daran werden wir arbeiten. Es ist ein Prozess. Wir müssen uns jeden Spieltag weiterentwickeln, das geht bis zum Schluss.“

Das Gesicht des anhaltenden sportlichen Höhenflugs am Mittellandkanal ist auch weiterhin Wout Weghorst. Zwei große Torgelegenheiten ließ van Bommels Landsmann aus, dann erzwang er in der 70. Minute doch noch das Unentschieden. „Man darf nicht aufgeben. Man muss immer dran glauben, dass die nächste Chance kommt“, sagte der 29-Jährige.

Gegen Frankfurt traf Weghorst in der Bundesliga bereits zum 57. Mal für die Wölfe. Im vereinsinternen Ranking vor ihm stehen nur noch Edin Dzeko (66) und Grafite (59), die den VfL in der Saison 2008/2009 gemeinsam zum bislang einzigen deutschen Meistertitel schossen.