Der Hafen von Marseille steht am Sonntag unter besonderer Beobachtung der Polizei.
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Marseille/BerlinEin Verbot von Trikots des 1. FC Union in Berlin-Charlottenburg, der Heimat von Hertha BSC? Und das auch noch polizeilich angeordnet? Undenkbar! In Frankreich allerdings geht so etwas. Wenn auch nur theoretisch für einen halben Tag.

Nach Kritik hat die Polizei in Marseille vor dem Champions-League-Finale ein Verbot von offen gezeigter Unterstützung für Paris Saint-Germain in Teilen der Stadt zurückgenommen. Das entsprechende Dekret, das am Sonntag ab 15 Uhr die Anwesenheit von PSG-Anhängern oder „Personen, die sich als solche präsentieren“ im Alten Hafen und den umliegenden Stadtteilen verboten hatte, sei ausschließlich zum Schutz der Pariser Fans gewesen, erklärte die Polizeipräfektur der südfranzösischen Metropole am Freitag.

Dabei sei es nicht darum gegangen, die Bewegungsfreiheit der Menschen einzuschränken. Wegen des „Unverständnisses“ für das Dekret sei entschieden worden, dieses wieder außer Kraft zu setzen, so die Polizeipräfektur. Im Alten Hafen übertragen viele Bars das Finale gegen den FC Bayern München. Durch das Dekret waren auch Gesänge, Trikots und andere Fan-Artikel des französischen Hauptstadt-Klubs verboten. Die PSG-Fans seien nun dennoch angehalten, sich öffentlich nicht „prahlerisch“ zu geben und gegebenenfalls nur „bescheiden“ einen Sieg der Mannschaft zu feiern, hieß es in der Erklärung der Polizeipräfektur.

Die Pariser sind in der Hafenstadt, der Heimat von Olympique Marseille (und Zinédine Zidane), nicht besonders gern gesehen. Die Rivalität der beiden Vereine ist landesweit bekannt. Bei Spielen zwischen den zwei Top-Klubs der französischen Ligue 1 kommt es regelmäßig zu Zusammenstößen.

Der Entscheidung für das Verbot seien Zwischenfälle am Dienstag vorausgegangen, als sich PSG gegen Leipzig für das Finale qualifizierte, erklärte der zuständige Präfekt der Polizei von Bouches-du-Rhône, Emmanuel Barbe, im Radiosender France Inter vor der Rücknahme des Erlasses. Für einen PSG-Anhänger, der durch das Stadtzentrum gefahren sei, sei es dabei fast „schlecht ausgegangen“, sagte Barbe. Es habe noch weitere Vorfälle gegeben, bei welchen PSG-Fans bedroht worden seien.