Martin Ziemer will für die Füchse wieder die Siegerpose zeigen.
Foto: Jan-Philipp Burmann/City-Press

Berlin - Schon zu Beginn der Saison hatte Martin Ziemer gesagt: „Meine Zeit wird kommen. Wenn ich gebraucht werde, bin ich da.“ Der Füchse-Torhüter sollte recht behalten, er ist vom dritten zum ersten Mann zwischen den Pfosten aufgestiegen, zählt momentan zu den Leistungsträgern beim Hauptstadt-Klub.   Auch beim Heimspiel am Donnerstag gegen die HSG Nordhorn-Lingen (19 Uhr) sind seine Paraden gefragt.

Sicher, Verletzungen sind beim Handball keine Seltenheit. Das können besonders die Berliner bestätigen. Das Torhüter-Gespann bleibt von diesen Ausfällen allerdings zumeist verschont. Im Dezember mussten sich   dennoch beide etatmäßigen Schlussmänner binnen kürzester Zeit mit Knieblessuren aus dem Spielbetrieb abmelden. Nutznießer   war letztlich Ziemer. Jener Mann, der im März letzten Jahres als Partner für Silvio Heinevetter engagiert worden war, kurz bevor Champions-League-Gewinner Dejan Milosavljev einen Vertrag erhielt. Als Resultat dieses Dreikampfes zwischen den Pfosten blieb für Ziemer nur der unliebsame Tribünenplatz.

Ziemers Professionalität zahlt sich aus

„Natürlich war das nicht schön. Aber ich habe versucht, mit allen jederzeit gut klarzukommen. Kleine Kämpfe hintenrum hat bei uns keiner nötig“, berichtet der Routinier, „meine mir zugedachte Rolle habe ich nicht in der Hand, was ich daraus mache, schon.“ Und er machte etwas daraus. Ziemer trainierte weiter hart und unterstützte sein Teamkameraden, wann immer er konnte.

Seine Professionalität zahlte sich aus. Gegen seinen ehemaligen Verein TSV Hannover-Burgdorf stand der 36-Jährige zum Ende der Hinrunde erstmals für die Berliner auf dem Parkett. Für einen Sieg reichte es bei seinem Debüt zwar nicht, jedoch konnte sich der Torhüter in den folgenden Spielen zunehmend steigern und den Füchsen in der Defensive zu Stabilität verhelfen. Eine Entwicklung, die Velimir Petkovic nicht verborgen blieb. Als Heinevetter sich nach seiner Verletzung zurückmeldete, stellte ihn der Trainer nicht als Nummer eins auf, sondern hielt die Konstellation offen.

Harmonisches Gespann mit Heinevetter

Vielleicht liegt es auch daran, dass man momentan an der Seitenlinie ein harmonisches Gespann sieht – anders als noch zu Beginn der Saison. Bewerten möchte das Ziemer nicht: „Ich kann nichts dazu sagen, wie es am Anfang war. Aber ich verstehe mich mit Heine dufte und glaube, wir bilden ein gutes Duo. Es wäre schön, wenn wir mit unseren Paraden zum Erfolg der Füchse beitragen können.“

Da ist er wieder, der kollegiale Gedanke, der sich durch Ziemers Aussagen zieht wie ein roter Faden. Genauso wie sein Ehrgeiz und Siegeswille. Nach zuletzt zwei Niederlagen ist sich Ziemer trotz der aktuellen Verletztenlage sicher: „Wenn wir alle ein paar Prozente drauflegen, können wir wieder punkten.“