Frankfurt - Neuer Vertrag, frischer Rückenwind: Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg bekommt auf der Mission EM-Titel die volle Unterstützung des Deutschen Fußball-Bundes (DFB). Der Verband verlängerte über ein Jahr vor dem großen Turnier den im Sommer auslaufenden Kontrakt der 53-Jährigen bis August 2023. Während Bundestrainer Joachim Löw immer wieder in der Kritik steht, ist die Rückendeckung für Voss-Tecklenburg offenbar größer denn je.

„Ich freue mich sehr, dass wir den eingeschlagenen Weg zusammen weitergehen, und bedanke mich für das Vertrauen“, sagte die Trainerin der Frauen-Nationalmannschaft nach der Verlängerung: „Wir werden weiter intensiv daran arbeiten, dieses junge Team zu entwickeln und eine zukunftsfähige, erfolgreiche Mannschaft mit einer klaren Spielidee zu formen.“

Der neue Vertrag gilt bis zur WM 2023 in Australien und Neuseeland – sollten sich die DFB-Frauen für das Turnier qualifizieren. Auch die Zusammenarbeit mit der Assistentin Britta Carlson sowie den Assistenten Thomas Nörenberg und Michael Fuchs wird fortgesetzt. Das gab der DFB nach der Präsidiumssitzung am Freitag bekannt.

Ursprünglicher Vertrag lief bis 2021

DFB-Präsident Fritz Keller zeigte sich „sehr froh und stolz, dass wir diesen Weg gemeinsam mit Martina-Voss-Tecklenburg, die ich als herausragende Trainerin und Persönlichkeit schätze, weitergehen“. Die Bundestrainerin und „unsere Nationalmannschaft haben im Team mit dem DFB schon viel erreicht“.

Voss-Tecklenburgs ursprüngliches Arbeitspapier lief bis einschließlich der EM 2021, die aufgrund der Coronakrise aber um ein Jahr verschoben wurde. Die 125-malige Nationalspielerin hatte den Posten Ende 2018 von Interimstrainer Horst Hrubesch übernommen. Im folgenden Sommer scheiterte der Olympiasieger und zweimalige Weltmeister unter ihrer Führung bei der WM in Frankreich im Viertelfinale gegen Schweden (1:2) – und verpasste so die Qualifikation für Tokio.

Die kurze Anlaufzeit für das neue Trainerteam wurde als einer der Gründe für das frühe Aus angeführt. Nun bereitet „MVT“ das mit verheißungsvollen Talenten gespickte Team auf die EM in England im Sommer 2022 vor. Die Qualifikation meisterte der Rekordeuropameister mit acht Siegen aus acht Spielen und 46:1 Toren problemlos. Ohnehin feierte die Mannschaft unter Voss-Tecklenburgs Leitung in 20 Spielen 18 Siege.

Auch DFB-Direktor Oliver Bierhoff bezeichnete die Verpflichtung von Voss-Tecklenburg deshalb als „Glücksgriff. Die Vertragsverlängerung mit ihr und ihrem Trainerteam unterstreicht, wie zufrieden wir mit ihrer Arbeit sind“, sagte er.

Die Frauen-Nationalmannschaft startet mit einem Heimspiel gegen Belgien in Aachen am 21. Februar in das neue Länderspieljahr. Drei Tage später trifft das Team in Venlo auf die Niederlande. „Den kommenden Aufgaben blicke ich mit großer Begeisterung und großem Optimismus entgegen“, sagte Voss-Tecklenburg.