Stabilisierte zuletzt die Union-Abwehr: Marvin Friedrich (r.).
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Berlin-KöpenickSpiele gegen Mannschaften, bei denen man einst in Lohn und Brot stand, sind für Sportler im Allgemeinen und speziell für Fußballer von besonderer Bedeutung. Daraus macht auch Marvin Friedrich keinen Hehl. Man könne sogar sagen, führt der 23 Jahre alte Verteidiger aus, „dass Schalke meine alte Liebe ist. Ich war Fan und habe als kleiner Junge in S04-Bettwäsche geschlafen“, erzählt Friedrich. „Ich durfte fünf Jahre lang für diesen Verein spielen und habe dort mein Bundesliga-Debüt gefeiert. Ich konnte bei Schalke in die Champions- und Europa-League reinschnuppern. Schalke ist ein ganz besonderer Verein. Das ist schon wie eine Heimkehr für mich.“

Die Hymne „Blau und weiß, wie lieb’ ich dich“, die auch am Freitagabend beim Gastspiel der Eisernen (20.30 Uhr) wieder vor dem Anpfiff in der Arena in Gelsenkirchen gesungen wird, kann Friedrich auswendig. „Die habe ich schon als kleiner Junge gekonnt und immer gerne gesungen.“

Ich war Fan und habe als kleiner Junge in S04-Bettwäsche geschlafen

Marvin Friedrich

Zwischen 2011 und 2016 kickte Friedrich, der in Kassel geboren wurde, auf Schalke, zunächst im Nachwuchs, später bei den Profis. Sieben Bundesligaspiele für S04 bestritt der Abwehrspieler in den Serien 2014/2015 und 2015/2016 unter den damaligen Trainern Roberto Di Matteo, Jens Keller und André Breitenreiter, kam sogar jeweils zu einem Champions-League- und Europa-League-Einsatz.

Richtig durchsetzen konnte sich der Rechtsfuß auf Schalke aber nicht. Rückblickend sagt er: „Es war für mich eine schwierige Entscheidung, Schalke zu verlassen. Ich ging dann nach Augsburg, weil ich den nächsten Schritt wollte. Das hat ja bekanntlich nicht so gut geklappt. Jetzt bin ich hier sehr glücklich.“

Mit breiter Brust nach Gelsenkirchen

Nach seinem sportlich weniger erfolgreichen Abstecher in die Fuggerstadt fühlt sich der 1,92 Meter große Abwehrspieler seit Januar 2017 in Köpenick pudelwohl. Nach dem Aufstieg im Sommer wurde er für eine Ablöse von rund zwei Millionen Euro fest verpflichtet und mit einem bis 2022 laufenden Vertrag ausgestattet.

Mit den Eisernen hat Friedrich zurzeit einen Lauf: Fünf der letzten sechs Pflichtspiele wurden gewonnen. Die Abwehr steht – auch dank ihm – stabil. „Im Moment sieht es natürlich gut aus für uns“, führt der Innenverteidiger aus. „Wir wollen das bestätigen.“ Gegen seinen Herzensklub rechnet der frühere Juniorennationalspieler mit einem „schweren Spiel“ – doch: „Auch da können wir punkten.“

Dann wäre das Spiel für ihn zusätzlich besonders.