Matthias Steinborn (l.) – hier im Duell mit Lichtenbergs Philipp Grüneberg – soll für neuen Schwung im Angriff des BFC Dynamo sorgen. 
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Patrick Skrzipek

BerlinEr möchte immer noch nicht drauf angesprochen werden. Es nagt zu sehr. „Wir haben in der ganzen Saison nur ein Spiel verloren, aber wir sind nicht aufgestiegen. Wir haben als Team über zwei Jahre für diesen Traum, diese Vision von der Dritten Liga gekämpft und stehen mit leeren Händen da. Das ist eine Katastrophe“, ärgert sich BFC-Heimkehrer Matthias Steinborn über die verpatzte Relegation, in der Lok Leipzig dem SC Verl nach einem 2:2 in Probstheida und einem 1:1 im Rückspiel den Vortritt lassen musste. Die Sommerpause war nicht lange genug, um das alles abzuhaken.

Der Lokschen Leid, des Dynamos Glück. Ohne das Scheitern am Ende hätte der BFC wohl kaum seinen verlorenen Sohn zu Hause wieder begrüßen können. „Wenn wir aufgestiegen wären, wäre ich jetzt wohl nicht hier“, gibt der 31-Jährige unumwunden zu. Für den Regionalliga-Neuaufbau bemühte sich Lok erst gar nicht um einen Verbleib des Stürmers. Was BFC-Boss Peter Meyer auf den Plan treten ließ. 

„Wir hatten den Kontakt ja nie verloren. Und was ich hier jetzt vorfinde, gefällt mir. Die Truppe macht einfach Spaß“, meinte der 1,86 Meter große Mittelstürmer, der zusammen mit dem aus Altglienicke gekommenen Benjamin Förster den Sturm der Weinrot-Weißen neuen Wind einhauchen soll. Denn da drückte in der Vorsaison der Schuh erheblich. Andor Bolyki und Ronny Garbuschewski waren mit sechs Toren die besten Schützen beim BFC. Angst und Schrecken verbreitet so etwas beim Gegner eher nicht.

Es ist sein drittes Engagement bei den Hohenschönhausern. 2013 verließ er die Weinroten Richtung Magdeburg. Verletzungspech verhinderte beim Drittligisten, dass er richtig durchstartete. Babelsberg hieß die nächste Station. Im Januar 2017 kehrte er schon mal für eineinhalb Jahre von den Nulldreiern heim. Dann lockten Lok und der Wunsch, näher bei seiner in Hof studierenden Freundin zu sein. „Es hat einfach alles gepasst damals“, erinnerte sich der 31-Jährige.

Jetzt passt es wieder. Die Freundin hat ihr Studium abgeschlossen. Eine Wohnung in Berlin ist gefunden. Und der BFC wollte ihn unbedingt zurück. „Es fühlt sich wie nach Hause zu kommen an“, so Steinborn. 

„Er ist ein echter Typ. Auf und neben dem Platz“, freut sich BFC-Trainer Christian Benbennek, dass er mit Steinborn und Förster nun über zwei Angreifer verfügt, die für eine zweistellige Torezahl stehen. Dennoch stapeln sie tief bei den Weinrot-Weißen. „Im Vorjahr wollten wir mit einer verjüngten Truppe nichts mit dem Abstieg zu tun haben und wurden Sechster. Diesmal wollen wir ein bisschen besser abschneiden“, sagt Benbennek. 

Angesichts des jetzigen Kaders muss man festhalten, dass das „bisschen besser“ vielleicht sogar der große Wurf werden könnte. Dynamo muss angesichts der illustren Konkurrenz nicht aufsteigen. Aber wenn sich die Tür einen Spalt weit öffnet, möchte man seinen Fuß hineinbekommen.