Rostock/BerlinEs geht schon mit dem Teufel zu beim F.C. Hansa Rostock. Nach zehn Jahren Bundesliga-Zugehörigkeit rutschte der letzte DDR-Meister in den 2010er Jahren ab, hängt nun schon seit neun Jahren in der Dritten Liga fest - und träumt seit jeher von besseren Zeiten, wenigstens in der Zweiten Bundesliga. Ausgerechnet ein vom Erzrivalen FC St. Pauli ausgebildeter Spieler sorgt nun derzeit dafür, dass dieser Traum Stück für Stück realistischer wird.

Denn mit Maurice Litka wechselte in der Sommerpause ein Offensivallrounder an die Ostsee, der sich in den vergangenen Spielen als so etwas wie das fehlende Puzzleteil im häufig harmlosen Rostocker Angriff präsentiert hat. Am Dienstagabend, beim 2:1 (1:1) der Kogge gegen Waldhof Mannheim erzielte der 24-Jährige zunächst das Führungstor und legte den Siegtreffer von John Verhoek im zweiten Durchgang mustergültig auf.

Überhaupt zeichnete sich schon beim ersten Rostocker Tor ab, wie gut das Zusammenspiel zwischen den drei Hansa-Stürmern Litka, Verhoek und dem später eingewechselten Pascal Breier derzeit funktioniert. Breier, zuvor häufig als alleinige Sturmspitze oder als zweiter Angreifer neben Verhoek eingesetzt, wirkt mit seiner nachgewiesenen Torgefahr auf dem rechten Flügel, wo er zuletzt häufiger auflief, verschenkt. Doch schaut man genau hin, sorgt die Aufteilung des Trios für eine ständige Unruhe. Platt gesagt: John Verhoek allein kann man verteidigen, Pascal Breier allein und Maurice Litka allein auch. Aber die drei gleichzeitig im Auge zu behalten - das bedarf allerhöchster Konzentration und ist so für die durchschnittliche Drittliga-Defensive kaum zu schaffen.

Auch Bentley Baxter Bahn legt bei Hansa Rostock einen Raketenstart hin

Vor allem, weil Neuzugang Litka (zwei Tore und zwei Vorlagen), der nach seinen Jahren beim Hamburger Kiezklub erst ein Leihjahr in Uerdingen und schließlich eine Saison bei Preußen Münster verbrachte, eine bemerkenswerte Schnelligkeit mit sich bringt. Sein zusätzlicher Bonus: Sollte Einer aus dem derzeit super harmonierenden Trio mal ausfallen, kann der vielseitige Hamburger, der sein Profidebüt unter Ex-Hansaspieler Thomas Meggle gab, problemlos auf den anderen Flügel ausweichen, unter Umständen sogar Taktgeber Bentley Baxter Bahn (kam vom Halleschen FC) ersetzen, der mit zwei Treffern und drei Vorlagen ebenfalls einen Raketenstart bei den Hanseaten hinlegte.

Man merkt: Hansa Rostock hat sich punktuell bestens verstärkt, die Kogge grüßte am Mittwochmorgen, zumindest für den Moment, von Tabellenplatz zwei. Ein Teilerfolg, der auch mit Maurice Litka zusammenhängt. Einziger Wehrmutstropfen: Sollte das mit dem Aufstieg wieder nicht klappen, könnte es schwer werden, den Senkrechtstarter zu halten. Vielleicht ein zusätzlicher Anreiz für Hansa.