Von Istanbul nach Berlin: Max Kruse wird ein Unioner.
Foto: Imago Images

BerlinNun ist die Zahl der Follower in sozialen Medien nicht immer aussagekräftig, um die Strahlkraft eines Fußballvereins oder Fußballers zu bemessen. Aber Hinweise auf die Popularität gibt sie schon. Und dabei zeigt sich, dass eine Figur wie Max Kruse, der bei der Plattform Instagram mit 410.000 Abonnenten geführt wird, die des Bundesligisten Union Berlin (107.000) bei weitem übersteigt. Macht eine Zusammenarbeit zwischen einem polarisierenden Starspieler und einem aufstrebenden Erstligisten allein deshalb Sinn? Es bedarf schon einer näheren Betrachtung, warum die Eisernen und der Exzentriker zusammengefunden haben. Beide besitzen das gewisse Etwas. Und der Faktor Ehrgeiz, dem Establishment mit einem anderen Ansatz zu begegnen, spielt keine unwesentliche Rolle.

Der 32-Jährige ist für das Abenteuer, einen Aufsteiger im verflixten zweiten Jahr fußballerisch auf die nächste Entwicklungsstufe zu führen, offenbar recht leicht zu haben gewesen. Für beide Seiten könnte sich die typische Win-win-Situation ergeben: Der in keine Schablone zu pressende Kruse weist noch einmal gehobenes Bundesliga-Niveau nach, der in kein Schema passende Außenseiter schafft eine spielerische Weiterentwicklung, die in der kommenden Bundesliga-Saison mit den Neulingen VfB Stuttgart und Arminia Bielefeld unvermeidlich zu sein scheint. Nur kämpfen, kratzen und beißen wird kaum ausreichen, zumal die Corona-Krise es unmöglich macht, Prognosen über den Heimvorteil anzustellen. Gut möglich, dass Zuschauer für längere Zeit kaum oder gar keinen Rückhalt von den Rängen geben können. Es ist davon auszugehen, dass der kluge Union-Trainer Urs Fischer vor diesem Hintergrund seit längerem Überlegungen angestellt hat, wie die Herangehensweise angepasst werden kann. Und Kruse ist nun mal maßgeschneidert für ein besseres Spiel mit dem Ball.

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