Es ist eine logische Entscheidung der Uefa, den ukrainischen Klub Metalist Charkow aus der Champions League auszuschließen. Nur das Timing des europäischen Fußballverbandes ist ein wenig unglücklich. Bereits am kommenden Mittwoch sollte Charkow eigentlich zum Hinspiel der Qualifikations-Playoffs bei Schalke 04 antreten, eine Woche darauf wäre das Rückspiel. Und da der Klub gegen die Uefa-Entscheidung Einspruch beim Internationalen Sportgerichtshof (Cas) eingelegt hat, droht nun ein ähnliches Kuddelmuddel wie in Sachen Fenerbahçe Istanbul.

Der türkische Verein wurde wie Charkow wegen Spielmanipulation aus der Königsklasse ausgeschlossen, darf aber, nach vorläufiger Wiederinstallierung durch den Cas, seine Playoff-Spiele gegen den FC Arsenal bestreiten. Die endgültige Entscheidung hat der Cas für den 28. August angekündigt, einen Tag nach dem Rückspiel. Sollte dann doch der Ausschluss erfolgen, wäre es kaum damit getan, einfach Arsenal – und gegebenenfalls Schalke – in die Gruppenphase zu befördern, denn zu Recht würden Austria Salzburg und Paok Saloniki, die zuvor gegen Fenerbahçe und Metalist ausgeschieden waren, meutern und wohl ebenfalls beim Cas klagen. Das Chaos wäre perfekt.

Anders als bei den oft undurchsichtigen und willkürlich anmutenden Europacup-Ausschlüssen aufgrund der Financial-Fair-Play-Regelung gibt es bei den aktuellen Fällen immerhin eine klare Rechtsgrundlage. Klubs, die seit April 2007 in eine Spielmanipulation verwickelt waren, dürfen laut Artikel 2.04g des Statuts nicht an der Champions League teilnehmen. Charkow und Karpaty Lemberg hatten 2008 ein Ligamatch verschoben, Anfang August bestätigte der Cas die Strafen für beteiligte Funktionäre und Spieler beider Klubs. Auch wenn Metalist inzwischen von anderen Leuten geführt wird, ist der Ausschluss absolut gerechtfertigt. Die Uefa hätte sich vielleicht nur ein bisschen mehr beeilen sollen.