Appell des Albatros: Michael Groß hält anderes für wichtiger.
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BerlinDer Druck auf Thomas Bach, den Präsidenten des Internationalen Olympischen Komitees, wächst. Immer mehr Athleten melden sich zu Wort, die eine Verschiebung der Olympischen Spiele befürworten. Brasiliens nationales Olympisches Komitee setzt sich für eine Verschiebung ein, die Schwimm- und Leichtathletikverbäne der USA auch. Jetzt hat sich Schwimm-Olympiasieger Michael Groß in einem Offenen Brief an seinen früheren Athletenkollegen gewandt. Wegen der Corona-Pandemie fordert er eindringlich die Verschiebung der Sommerspiele in Tokio. 

„Lieber Thomas, diesmal geht es darum, dass Du den Traum von Olympia für viele Athleten retten kannst - durch das Verschieben der Spiele auf 2021 oder 2022. JETZT, 2020 wäre eine Durchführung unfair!“, schrieb Groß auf Facebook. Dazu postet er das Emoticon „zornig“.

"Jetzt ist anderes wichtiger"

Der Albatros, wie Groß aufgrund seiner immensen Arm-Spannweite genannt wurde, sieht in den schlechten Trainingsbedingungen, den vielen abgesagten Qualifikations-Wettkämpfen und einem quasi stillgelegten Antidoping-System „unfaire Bedingungen“ und appellierte an Bach: „JETZT die Spiele zu verschieben würde ALLEN den Druck nehmen. Jetzt ist anderes wichtiger als Olympia. Überlege es Dir nochmal ...“

Groß hatte den Olympia-Boykott 1980 in Moskau zusammen mit Florettfechter Bach erlebt. „Für viele Athleten unser Mannschaftskollegen war der Traum von Olympia damals geplatzt - endgültig“, betonte Groß.