Auf Michael Parensen kann sich Union auch in der Bundesliga verlassen.
City Press

Berlin-KöpenickAlle, die es mit dem 1. FC Union halten, hatten sich im Sommer mit Michael Parensen gefreut. Darüber, dass der Zweitligarekordspieler des Klubs nach zehn eisernen Jahren in der Dritten und Zweiten Liga nun auch noch das Abenteuer Bundesliga miterleben darf. Doch gab es wohl kaum einen, der ernsthaft darauf gewettet hätte, dass der „ewige Micha“ womöglich zu Startelf-Einsätzen im Oberhaus kommen würde.

Der 33-Jährige war ja schon in der Aufstiegssaison vornehmlich Trainer Urs Fischers Retter, wenn personell dringend Not am Mann war. Die Fans lieben ihren Treuesten heiß und innig, doch die sportlichen Lorbeeren heimsten die Abwehrkollegen Marvin Friedrich und Florian Hübner ein. Und obwohl Union in der Saisonvorbereitung noch einmal nachlegte und mit Keven Schlotterbeck und Neven Subotic namhafte Konkurrenz auf Parensens Position nachverpflichtete, kam der „ewige Micha“ am Sonntag gegen den 1. FC Köln, für dessen Reserve er immerhin 50 Spiele absolvierte, schon auf seinen zweiten Startelfeinsatz in der Bundesliga − und schlug sich wie bereits in den Einsätzen zuvor souverän.

Mehr als ein Maskottchen

„Ich versuche einfach, auch in der Bundesliga meine Spiele zu machen und bislang hat das eigentlich ganz gut geklappt“, zeigte sich der Routinier auch nach dem Spiel ganz professionell, musste dann aber, auf das Wiedersehen mit seinem alten Freund Simon Terodde angesprochen, doch kurz schmunzeln: „Vor sechs, sieben Jahren hätte wohl keiner von uns beiden gedacht, dass wir irgendwann mal in der Bundesliga gegeneinander spielen.“

Natürlich spielte die kurzfristige Verletzung Subotics für die erneute Chance des Routiniers, über die der übrigens erst am Spieltag endgültige Gewissheit hatte („Ich hatte mir das aber schon ein wenig gedacht“), keine unwesentliche Rolle. Doch was viele Beobachter in Bezug auf den Verteidiger unterschätzt haben, ist die Tatsache, dass Parensen das Team keinesfalls als Maskottchen begleitet. Urs Fischer vertraut ihm hundertprozentig, weiß, dass er ihn jederzeit einsetzen kann und einen höchst engagierten, technisch versierten Defensivspieler bekommt, der für Union sein letztes Hemd geben würde.

Und der darüber hinaus ganz genau weiß, wie dieser Klub tickt und das auch seinen Mitspielern stets vermitteln kann. Dass die Eisernen kurz vor der Winterpause in der Tabelle so gut dastehen, haben sie schlussendlich auch Michael Parensen zu verdanken. Wer hätte das nach dem Aufstieg gedacht …?