Hertha BSC-Manager Michael Preetz ist seit 2009 im Amt.
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OrlandoMichael Preetz hat sich am letzten Tag im Trainingslager in den USA gegen den Eindruck einer vermehrten Einmischung von Investor Lars Windhorst gewehrt. „Lars Windhorst spricht für (seine Firma, d. Red) Tennor und sein Investment, wir sprechen nach wie vor für Hertha BSC“, sagte Herthas Manager. „Aber wir sprechen miteinander. Da gibt es überhaupt keinen Dissens. Aber mutige, große Ziele zu formulieren, ist das eine. Auf der anderen Seite müssen wir gucken, dass wir das realistisch einordnen“, erklärte Preetz.

Seitdem Jürgen Klinsmann Ende November das Amt von Ante Covic als Cheftrainer übernahm, hatte er mehrfach mit ambitionierten Zielen für Aufsehen gesorgt. Der Ex-Bundestrainer war, bevor er auf Covic folgte, von Windhorst als Bevollmächtigter in den Aufsichtsrat entsandt worden und lässt sein Mandat derzeit ruhen. „Die Struktur bei Hertha hat sich nicht verändert. Wir haben eine Zweier-Geschäftsführung (Preetz und Finanz-Chef Ingo Schiller, d. Red.), die verantwortlich sind“, unterstrich Preetz im Mannschaftsquartier im Gespräch mit den mitgereisten Berliner Reportern. Klinsmann sei aktuell als Cheftrainer der wichtigste Angestellte des Klubs. „Ich bin der Meinung, dass der Trainer nach außen das Gesicht ist. Das hätten wir mit ihm nicht besser besetzen können“, sagte Preetz, der seit 2009 bei Hertha die Geschäfte leitet. „Jürgen Klinsmann ist mit einer extremen Strahlkraft ausgestattet und davon wollen wir natürlich profitieren.“

Preetz ging dabei auch auf die Zusammenarbeit mit Klinsmanns neuem Performance-Manager Arne Friedrich. „Arne kann seine Kompetenzen in vielfältigen Bereichen einbringen. Wir sind noch in einem Anfangsstadium, aber es findet sich immer mehr“, erklärte der 52-Jährige.

Preetz hofft auf Durchbruch in der Stadion-Debatte

Gegen den von Klinsmann geäußerten Plan Hertha zum „Megaklub“ zu machen und „in drei Jahren um Titel zu spielen“, wehrt sich Preetz nicht. Seine Aufgabe sei es „vielleicht hier und da ein bisschen auf der Bremse zu stehen“. Er plane auch keine Abkehr von der Haltung, dass Hertha ein Aus-und Weiterbildungsverein sei. „Wir wollen weiter Talente im Blick haben, um sie ans Profi-Team heranzuführen“, sagte Preetz. Möglich sei aber auch, dass der „ein oder andere noch abgeben wird“. Mit den von Windhorst investierten 224 Millionen Euro für 49,9 Prozent der Anteile von Herthas GmbH & Co. KGaA, seien aber auch Zugänge in der Wintertransferphase bis zum 31. Januar möglich. „Wir sehen noch Bedarf, uns zu verstärken. Es ist nicht ausgeschlossen, dass wir diese Verstärkung noch bekommen.“

Zum Abschluss der siebentägigen USA-Reise bezog Preetz auch zur Stadion-Debatte Stellung. „Das ist ein Steinchen, das aufs Gemüt drückt“, sagte Preetz. Hertha will bis 2025 in einem reinen, selbstfinanzierten Fußballstadion spielen und befindet sich seit März 2017 mit dem Berliner Senat in Gesprächen, um einen passenden Baugrund in Berlin zu finden. „Wir haben den Eindruck, dass einige Dinge ein bisschen in Bewegung gekommen sind – vielleicht auch durch unsere neue Situation, das wird sehr aufmerksam registriert“, sagte Preetz. Er hoffe auf einen Durchbruch in den Gesprächen mit der Politik. „Es muss sich in diesem Jahr etwas entscheidend verändern“.