Nürburgring - Auch im Fahrerlager beim Formel-1-Klassiker in Monaco führte kaum ein Weg an Michael Schumacher vorbei. Nur wenige Meter neben einem großen offiziellen Porträt für seinen Sieg 1997 in Monte Carlo hing ein kleineres Fan-Plakat, ein Foto des lachenden Schumacher, dazu die Worte #KeepFightingMichael (Kämpfe weiter Michael). Im Jubiläumsjahr seines Formel-1-Einstiegs vor 25 Jahren schmerzt sein Fehlen mit jedem Tag erst recht. Wie es ihm fast zweieinhalb Jahre nach seinem Skiunfall geht - man weiß es einfach nicht.

„Ich bitte Sie, unserem Freund von ganzem Herzen auf dem Weg der Genesung die Daumen zu drücken oder für ihn zu beten“, sagte Norbert Haug am Ende seiner bewegenden Laudatio am Freitagabend am Nürburgring. An der Traditionsstrecke in der Eifel, wo Schumacher wie in Monte Carlo fünfmal gewann, wurde der mittlerweile 47 Jahre alte Rekordweltmeister mit dem Preis für sein Lebenswerk ausgezeichnet.

"Leider müssen wir alle das akzeptieren und damit umzugehen lernen“

„Wir würden uns alle besser fühlen, wenn ich nicht hier stehen würde heute Abend, sondern Michael selber hier stehen würde und sich bedanken könnte. Aber leider ist das nicht möglich. Leider müssen wir alle das akzeptieren und damit umzugehen lernen“, sagte seine Managerin Sabine Kehm. Sie nahm stellvertretend für den siebenmaligen Champion die Auszeichnung in Empfang, einmal mehr.

„Ich darf sagen, dass sich auch Michaels Familie sehr gefreut hat, dass nun mal wieder seine sportliche Karriere gewürdigt und wieder im Mittelpunkt steht“, betonte Kehm. Sie hatte 2014 auch schon den Bambi anstelle Schumachers entgegengenommen.

Im Februar dieses Jahres eröffnete sie im Beisein der Familie des 91-maligen Grand-Prix-Gewinners eine Ausstellung bei einem langjährigen Schumacher-Sponsor in Marburg. Nur der langjährige Superstar der Formel 1, er fehlte, beim Bambi in Berlin, in Marburg, am Nürburgring, in Monaco.

Schumacher erlitt bei seinem Sturz am 29. Dezember 2013 mit dem Kopf auf einen Felsen ein schweres Schädel-Hirn-Trauma, musste notoperiert werden, schwebte tagelang in Lebensgefahr, lag monatelang im künstlichen Koma. Seit September 2014 befindet sich der zweifache Familienvater wieder zuhause in der Schweiz am Genfer See. Details über seinen Zustand sind nach wie vor nicht bekannt - Privatsphäre.

Man werde weiter hoffen und weiter alles tun, „dass es vielleicht auch wieder anders sein wird“, sagte Kehm zum Fehlen Schumachers. „Wir werden es sehen, wir können es nicht beurteilen, wir können es auch nicht beeinflussen, aber wir können alles dafür tun.“ Zigfach und immer wieder hat Kehm in der Zeit seit dem Unfall betont, dass Schumachers Genesung lange dauern könne. Prognosen gab es nie.

„Deren Fixstern leuchtete plötzlich nicht mehr"

Für alle Fans des Rheinländers ist dieses Jahr ein besonderes. Schumacher bestritt 1991 sein erstes Formel-1-Rennen. Der Beginn einer beispiellosen Karriere. „Michael war ihr sportlicher Leitstern, ist ihr Leitstern, bleibt ihr Leitstern“, sagte Haug bei seiner bewegenden Rede zur Bedeutung Schumachers für die Formel 1. Mit dem Skiunfall sei aber auch in der gesamten Motorsportwelt nichts mehr so gewesen, „wie es vorher war“, erinnerte Haug: „Deren Fixstern leuchtete plötzlich nicht mehr mit der aus den letzten 20 Jahren gewohnten Strahlkraft.“ (dpa)