Berlin - „War ja klar“, mögen die zahlreichen Hobby-Experten am Mittwoch gedacht haben, „mit diesem Namen fährt man über kurz oder lang in der Formel 1.“ Doch so klar war der Sprung von Mick Schumacher, Sohn des großen Michael Schumacher, in die Königsklasse des Motorsports dann doch nicht. Als zweifellos talentiert galt der 21-Jährige schon lange, die Rennfahrer-Gene habe er dabei – natürlich – vom berühmten Papa geerbt.

Doch lange wurde Mick Schumacher unterstellt, er könne eben nicht auf der ganz großen Bühne performen. Wenn es drauf ankäme, seien andere Fahrer kaltschnäuziger, aggressiver, vielleicht auch respektloser. Der nur zwei Jahre ältere Niederländer Max „Mad Max“ Verstappen (Red Bull) fährt schon seit fünf Jahren in der Formel 1, der gleichaltrige Lando Norris (McLaren) bereits seine zweite Saison.

Was den US-amerikanischen Rennstall Haas, anders als die ebenfalls Ferrari-motorisierten Kollegen von Alfa Romeo, also tatsächlich bewog, Schumacher zur kommenden Saison mit einem Formel-1-Vertrag auszustatten, war vielmehr der Fleiß und die Bereitschaft, sich immer weiter zu verbessern, die der in der Schweiz geborene Nachwuchsfahrer in der vergangenen Formel-2-Saison an den Tag legte.

Zuvor hatte der polarisierende Ferrari-Teamchef Mattia Binotto eine sichtbare fahrerische Entwicklung von Schumacher gefordert. Der lieferte daraufhin zwei Siege und insgesamt zehn Podestplatzierungen, führt die Gesamtwertung vor dem Saisonfinale in Bahrain am kommenden Wochenende an und könnte sich im Königreich zum Formel-2-Champion krönen, ehe er dann endlich in die Formel 1 wechselt.

Wie erwähnt: So klar war der Sprung von Mick Schumacher in die Formel 1 dann eben doch nicht. Es war harte, ja, ehrliche Arbeit, die wenig mit Schumachers großem Namen zu tun hatte. Den Platz im Haas-Cockpit hat sich der 21-Jährige ganz allein verdient. Und darauf kann er stolz sein.