BerlinAuf dem Königsweg in die Königsklasse: Mick Schumacher hat die Formel-2-Meisterschaft gewonnen und seinem Wochenende die Krone aufgesetzt. Vier Tage nach seiner Beförderung zum Formel-1-Piloten zur kommenden Saison bei Haas wurde der Titelgewinn für den 21-Jährigen am Sonntag allerdings zur Zitterpartie. Schumacher verpasste als 18. die Punkteränge klar, sein Kontrahent Callum Ilott (England) kam im dramatischen Saisonfinale in Bahrain allerdings auch nicht über Rang zehn hinaus.

„Ich habe keine Worte. Ich danke euch“, funkte ein hörbar ergriffener Schumacher nach der Zieldurchfahrt an seine Box. Im TV-Interview wenig später wirkte er schon aufgeräumter. „Es war kein ideales Rennen, aber wir haben genug geleistet in diesem Jahr, um Meister zu werden“, sagte Schumacher und schickte noch hastig einen „Kuss nach Hause“.

Der zweimalige Saisonsieger Schumacher ging mit 14 Punkten Vorsprung auf Uni-Virtuosi-Pilot Ilott in das 24. und letzte Saisonrennen in Bahrain. Nur 17 Zähler waren noch zu gewinnen, Ilott hätte mindestens Zweiter werden und die schnellste Runde drehen müssen, um Schumacher noch abfangen zu können. Schumacher ist der vierte deutsche Champion im Unterbau der Motorsport-Königsklasse nach dem späteren Formel-1-Weltmeister Nico Rosberg (Wiesbaden/2005), Timo Glock (Wersau/2007) und Nico Hülkenberg (Emmerich/2009). Für Schumacher ist es der zweite große Titel nach dem Gewinn der Formel-3-Europameisterschaft 2018.

Im Sprintrennen gelang Schumacher, der sich im Hauptrennen am Sonnabend vom indiskutablen 18. Rang auf Platz sechs verbessert hatte, wie so oft ein exzellenter Start. Er blieb vor Ilott, der ja unbedingt an ihm vorbeikommen musste und lieferte sich seinerseits einen hitzigen Zweikampf mit dem späteren Rennsieger Jehan Daruvala (Indien/Carlin) um Platz zwei. Allerdings war Schumacher eine gewisse Nervosität anzumerken, nach zwei harten Verbremsern klagte er im Funk früh über Vibrationen in den Reifen – in einem Formel-2-Sprintrennen sind Boxenstopps wegen des großen Zeitverlustes aber eigentlich zu vermeiden.

Ab dem ersten Renndrittel wuchs der Druck auf Schumacher enorm, in der 19. von 34 Runden musste er erst Ilott und dann zwei weitere Rivalen ziehen lassen. Schumachers Reifen waren am Ende, er kam in die Box, um das Feld idealerweise mit frischen Pneus von hinten aufzurollen. Auf Rang 20 kehrte Schumacher auf die Strecke zurück und musste hoffen, dass Ilott nicht nach ganz vorne fährt – oder als Zweiter die beiden Bonuspunkte für die schnellste Rennrunde abgreift.

Zumindest Letzteres verhinderte Schumacher: Mit frischen Walzen und freier Fahrt drehte er die schnellste Runde. Ilott musste im dramatischen Finale gewinnen, doch auch der Brite hatte seine Pneus zu hart rangenommen und fiel seinerseits in den letzten Runden weit zurück.