Mijajlo Marsenic von den Füchsen Berlin setzt sich durch.
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Berlin-Prenzlauer BergIrgendetwas ist ja immer. Mijajlo Marsenic zum Beispiel hat Probleme mit dem Herbst in Berlin. Die Kälte, der graue Himmel, der Regen, all das gefällt dem 26 Jahre alten Kreisläufer des Handball-Bundesligisten Füchse Berlin nicht. Das Wetter lässt in dem Serben Sehnsucht nach der sonnigen Heimat aufkommen. Gut, dass ihm die Mannschaft da ein Wohlfühlklima bietet. „Die Stimmung bei uns ist immer gut, aber wenn wir gewinnen – so wie zuletzt – dann ist es noch einmal etwas besser“, sagt Mijajlo Marsenic.

Zuletzt, damit meint er die Siege in Nordhorn (34:24) und zuhause gegen Mannheim (23:22), die deutlich gemacht haben, dass sich die Mannschaft mehr und mehr zusammenfindet. Besonders die Abwehr wirkte in beiden Partien stabil und die Füchse-Profis gut aufeinander eingestellt. „Unser System baut darauf auf, dass Block und Torwart miteinander funktionieren. Momentan spielen wir das richtig gut“, erzählt Marsenic, der zusammen mit Jakov Gojun eine wichtige Position im Mittelblock einnimmt. Mehr als zwei Meter groß, bringt er satte 120 Kilogramm ins Spiel. Diese Körperlichkeit und seine Aggressivität machen Marsenic zu einer wahren Mauer.

HK Malmö mag es schnell

Was in der Abwehr von Vorteil ist, kann in der Offensive allerdings schnell zu einem Nachteil werden: die Statik. „Wir haben viele große Jungs, die brauchen etwas länger um in Bewegung zu kommen“, sagt Füchse-Trainer Velimir Petkovic, „deswegen versuchen die Gegner immer besonders schnell gegen uns zu spielen.“

Auch der HK Malmö dürfte an diesem Sonnabend in der dritten Runde des EHF-Pokals versuchen, auf diese Weise den Füchsen beizukommen. Die Gastgeber schicken ein allein aus Schweden bestehendes Team aufs Parkett und spielen – klassisch skandinavisch – einen laufintensiven Handball. Die Abwehr ist aggressiv, ähnlich wie man es in der Bundesliga vom Deutschen Meister aus Flensburg kennt. Für Marsenic und seine Füchse eine anspruchsvolle Aufgabe, der sie sich jedoch durchaus gewachsen sehen. Nicht zuletzt weil die Bank mittlerweile wieder mehr Alternativen verspricht.

Mit Marko Kopljar steht ein erfahrener Spieler bereit, der jüngst besonders in der Defensive seine Stärken zeigte, aber auch im Angriff helfen kann. Gleiches gilt für Michael Müller, der ebenso für Entlastung sorgen dürfte im Terminstress. Neben dem Auftritt in Malmö und dem Rückspiel am Sonntag kommender Woche spielen die Berliner binnen eines Monats noch gegen Magdeburg, Hannover, Kiel und zweimal gegen Melsungen. „Wir können in den nächsten Wochen einiges entscheiden. Doch wenn wir so spielen, wie gegen Mannheim, haben wir gute Chancen.“ Mijajlo Marsenic freut sich schon auf sonnige Zeiten.