Kämpft für die Rückkehr der Fans in die Alte Försterei: Union-Präsident Dirk Zingler.
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BerlinEs sieht so aus, als ob das Stadion An der Alten Försterei aus dem Dornröschen-Schlaf erwacht. Am Donnerstag veranstaltete der Hauptmieter, Fußball-Bundesligist 1. FC Union, im Innenraum ein Fest für die Mitarbeiter des Vereins. Am Freitag fand im Wohnzimmer der Eisernen ein Treffen der Sponsoren statt, an dem auch die Mannschaft teilnahm. Und am Freitag vermeldeten die Eisernen, dass das Testspiel am 5. September  gegen den 1. FC Nürnberg mit bis zu 5000 Personen stattfinden soll.

Am Donnerstag gab es nach dem Gipfel von Bund und Ländern viele Meldungen, die von einem Zuschauerausschluss bei den meisten Großveranstaltungen bis Jahresende ausgingen. Die Beschränkungen sind von Bundesland zu Bundesland aber unterschiedlich. Die Infektionsschutz-Ordnung des Landes Berlin erlaubt vom 1. September bis zum 24. Oktober Veranstaltungen im Freien mit bis zu 5000 Anwesenden inklusive Mannschaften, Ordnern, Cateringkräften und Medienvertretern.

Das nutzt Union aus, um wie bei der offiziellen Eröffnung des Stadions am 7. August 1920 gegen Nürnberg ein besonderes Freundschaftsspiel auszutragen. Seit dem Heimspiel am 1. März 2020 gegen den VfL Wolfsburg (2:2) wären damit wieder Zuschauer dabei. Es wäre aber ein Neuanfang.

Der Verein stellte dem Gesundheitsamt Treptow-Köpenick sein Hygiene-Konzept vor einigen Tagen vor. Nur wenn es Einwände gibt, würde sich das Amt melden. Danach sieht es nicht aus, zumal Union inzwischen eine gewisse Erfahrung im Umgang mit der Behörde haben müsste.

Anfang Juli strebte Union die Vollauslastung seines Stadions ab der neuen Saison an. Alle 22.012 Fans sollten auf Corona getestet werden. In der vergangenen Woche kämpfte Union noch um 3000 vorher auf Corona getestete Besucher für das Spiel gegen Zweitligist Nürnberg, die ohne Abstand und Maske ihre Mannschaft anfeuern sollten. Vergeblich.

Nun erfolgt ein Versuch mit Abstand. Kaufkarten sind nur online und im Losverfahren für Vereinsmitglieder bis Sonntag (24 Uhr) im Angebot. Es gibt Sitzplätze auf der Haupttribüne oder aufgemalte Positionen auf den Stehplatztraversen, die im Gegensatz zu Bundesligaspielen genutzt werden dürfen. Die Tickets sind personalisiert. Der Stadionzutritt erfolgt nur mit Mitgliedsausweis, Ausweisdokument sowie Mund- und Nasen-Schutz. Am Platz darf die Maske abgenommen werden.

Am Sonntag (13 Uhr) spielt Union noch bei Ajax Amsterdam. Die Niederländer lassen für diese Partie weder Zuschauer noch unabhängige Medienvertreter zu.