Mit Alonso zurück nach oben: Bayer-Coach setzt auf Dominanz

Als Spieler hat Xabi Alonso viele große Titel gesammelt und sich enormen Respekt erarbeitet. Auf seiner ersten großen Trainerstation soll er die taumelnde Ba...

Hat bei Bayer 04 Leverkusen einen Vertrag bis zum 30. Juni 2024 unterschrieben: Trainer Xabi Alonso.
Hat bei Bayer 04 Leverkusen einen Vertrag bis zum 30. Juni 2024 unterschrieben: Trainer Xabi Alonso.Thomas Banneyer/dpa

Leverkusen-Xabi Alonso hat klare Vorstellungen. Modernen Fußball will der neue Chefcoach des zuletzt taumelnden Fußball-Bundesligisten Bayer Leverkusen spielen lassen und nennt auch die passenden Schlagwörter.

„Dominant. Intensiv mit und ohne Ball. Mit hoher Aktivität und Mentalität“, erklärte Alonso im Vorfeld seiner ersten Trainingseinheit beim Werksclub. Als früherer Mittelfeldstratege will der Spanier, dass seine Mannschaft die Kontrolle über das Spielgeschehen hat. Und: „Wir benötigen Konzentration, über 95 Minuten.“

Rolfes von sportlicher Wende überzeugt

Bayer-Sportchef Simon Rolfes ist davon überzeugt, dass mit dem Nachfolger des am Mittwoch beurlaubten bisherigen Bayer-Cheftrainers Gerardo Seoane die sportliche Wende gelingt. Nach acht Bundesliga-Spieltagen rangiert Leverkusen mit nur fünf Punkten auf dem vorletzten Tabellenplatz, ist bereits im DFB-Pokal ausgeschieden und droht auch in der Champions League frühzeitig zu scheitern. Jetzt soll Alonso, als Spieler ein Weltstar, die Werkself retten. „Er spielt dominant und dynamisch Fußball, das passt zu unserer Philosophie. Er war als Spieler ein Leader, eine Führungspersönlichkeit“, sagte Rolfes.

Für Alonso ist Leverkusen die erste große Trainerstation. Zuletzt trainierte er drei Jahre lang die zweite Mannschaft des spanischen Erstligisten Real Sociedad San Sebastian. Seine beeindruckende Spielerkarriere hatte er 2017 trotz mutmaßlich lukrativer Angebote im Alter von 35 Jahren beendet und wurde zunächst Jugendcoach bei Real Madrid. Schon ein Auszug aus seiner Titelsammlung ist bemerkenswert. Welt- und Europameister wurde er mit Spanien, Champions-League-Sieger mit dem FC Liverpool und Real Madrid, in drei Jahren beim FC Bayern München von 2014 bis 2017 holte er mehrere Meistertrophäen und den DFB-Pokal.

Jetzt glaubt sich der aus einer echten Fußball-Familie stammende Baske - Vater und ein Bruder haben jeweils eine Vita als Profi, ein anderer Bruder hat eine als Schiedsrichter – bereit für den nächsten Schritt. „Ich habe auf den richtigen Moment gewartet und ich habe das Gefühl, dass es der richtige Moment ist. Meine Ambition und Motivation, dem Club zu helfen, sind groß“, erläuterte Alonso.

Schalke erste Bewährungsprobe für neuen Coach

Dass die Zeit knapp ist und bereits am Samstag (15.30 Uhr) in der Bundesliga das Heimspiel gegen den FC Schalke 04 wartet, schreckt ihn nicht ab. „Zeit ist Luxus im Fußball, wir müssen sehr effizient sein.“ Er wolle dem Team eine klare Botschaft geben. „Was wir tun können, was wir verbessern können und was wir erreichen können“, sagte Alonso und bekräftigte: „Wir brauchen eine neue Energie. Und wir brauchen eine große Siegermentalität.“ 

Am ersten Tag in Leverkusen begann Alonso seine Erklärungen zunächst in Deutsch, wechselte aber rasch ins Englische. Mit den Spielern wolle er möglichst bald Deutsch reden. „Abstiegskampf“ soll dann aber nicht im Vokabular vorkommen. „Darauf schaue ich nicht. Nach dem Spiel am Samstag wissen wir, was wir verbessern müssen“, erläuterte der Weltmeister von 2010. Als Europacup-Teilnehmer hat Bayer generell höhere Ambitionen, als nur im Abstiegskampf zu bestehen. „Wir rücken von unseren ehrgeizigen Zielen nicht ab. Wir denken und agieren nach vorne“, meinte Rolfes.

Dass die Verpflichtung Alonsos für einen Aha-Effekt in der Liga und vor allem im Verein sorgt, kalkuliert auch Rolfes. Aus der Mannschaft habe der Sportchef nur positive Reaktionen vernommen. „Die Spieler wissen, was für ein Spieler Xabi Alonso war, auf welchem Level er gespielt hat. Für die Spieler ist es eine große Chance, von jemandem zu lernen, der auf dem höchsten Niveau gespielt hat“, sagte Rolfes.