Berlin - Der wertvollste Spieler der abgelaufenen Saison unterschreibt einen Dreijahresvertrag beim besten Team der vergangenen Spielzeit – eine vielversprechendere Kombination als diese kann es kaum geben. Mit der Verpflichtung von Jaleen Smith hat Alba Berlin am Mittwoch das veröffentlicht, was schon seit einigen Wochen als heißes Gerücht durch die mediale Basketballwelt waberte und natürlich ausreichend bewertet wurde. Auf welcher Position man ihn sehe, welchen Einfluss er auf das Spiel des deutschen Meisters nehmen oder wie weit er die Abgänge von Peyton Siva und Jayson Granger kompensieren könne. Wenn sich Fans über die neuen Spieler in ihrem Team austauschen, wird viel gemutmaßt, ausgewertet und orakelt.

Wirklich entscheidend aber sind die Einschätzungen der sportlich Verantwortlichen. Allen voran die der Trainer. „Jaleen Smith passt spielerisch und charakterlich hervorragend in unsere Mannschaft“, sagt Albas neuer Cheftrainer Israel Gonzalez, „mit seiner Vielseitigkeit, Athletik und Spielintelligenz ist er sowohl in der Offensive als auch in der Defensive eine große Verstärkung.“ Durchschnittlich 15,2 Punkte, 5,1 Rebounds, 5,3 Assists und 1,7 Steals in der vergangenen Saison für Ludwigsburg sind in jedem Fall beeindruckend und ein zahlenmäßiger Beleg dafür, dass es sich beim 26-jährigen Amerikaner um einen universell einsetzbaren Spieler handelt.

Smiths Pech ist Alba Berlins Glück

Seine Fähigkeiten stellte der Aufbauspieler auch bis vor wenigen Tagen in der NBA Summer League im Trikot der Phoenix Suns unter Beweis. 9,6 Punkte, 5 Rebounds und 4,2 Assists legte er in fünf Spielen auf der Showbühne der nordamerikanischen Profiliga auf. Anscheinend aber waren sie nicht die ausreichenden Argumente, um auch tatsächlich einen Vertrag in der NBA, seinem ultimativen Ziel, zu unterschreiben. Sein persönliches Pech aber ist das Glück von Alba Berlin. Da eine Entscheidung aber wahrscheinlich erst vor wenigen Tagen gefallen ist, musste man es Himar Ojeda bis zur vergangenen Woche einfach glauben, dass beide Seiten miteinander gesprochen hatten, aber eben noch nichts unterschrieben war.

Bis jetzt. Pünktlich zur ersten offiziellen Trainingswoche von Alba Berlin ist alles fix, die Kaderplanung damit abgeschlossen. Smith, der in Ludwigsburg viel Verantwortung schulterte und das Team in der vergangenen Saison auf Platz eins der Hauptrunde führte, ist bereits ins Training in Berlin eingestiegen und freut sich auf die neue Aufgabe: „Der Spielstil von Alba kommt mir sehr entgegen.“ Der wertvollste Spieler und das beste Team der vergangenen Saison müssen ja auch zusammenpassen.