Setzte Akzente: der neue Füchse-Coach Michael Roth.
City Press/M. Leipold

BerlinMichael Roth an der Seitenlinie in der Max-Schmeling-Halle zu sehen, war zunächst ein ungewohntes Bild. Vier Jahre lang hatte hier Velimir Petkovic das Geschehen bestimmt, jetzt hatte die sportliche Leitung der Füchse entschieden, mit einem Trainerwechsel neue Impulse zu setzen. Mit Roth, jahrelang bei der MT Melsungen hinter der Bank tätig und zu seiner aktiven Zeit Silbermedaillengewinner bei Olympia in Los Angeles 1984, wollte man das schwerfällige Spiel der Berliner auflockern und die Freude am Handballspielen wiedererwecken. 

Die Europapokal-Ansetzung gegen BM Logroño La Rioja war nicht der leichteste Start. Doch einer, den Roth gemeinsam mit seinen neuen Schützlingen meistern konnte. Vor 5 362 Zuschauern gewannen die Füchse die richtungsweisende Partie gegen die Spanier mit 33:26 (15:14) und hielten sich so die Chance für die Teilnahme am Final Four weiter offen, das in Berlin stattfinden wird. „Wir hatten heute alle die Wichtigkeit im Kopf. Umso größer ist das Lob an die ganze Mannschaft. Wir haben es geschafft, den Bock umzustoßen“, freute sich Roth.

Zweite Auszeit vor der Pause

Der Weg zum deutlichen Sieg war jedoch in keiner Weise geebnet. In den Anfangsminuten merkte man den Füchse-Spielern die Verunsicherung nach den letzten Niederlagen an. Nach der 25:26-Auswärtsniederlage vor einer Woche tat man sich vor heimischem Publikum ebenso schwer, die bewegliche und doch körperlich präsente spanische Abwehr zu durchbrechen. Offensiv blieb es bei dem gewohnten fehlerreichen Abschluss.

Bereits nach elf Minuten war Roth das erste Mal gezwungen, die grüne Karte zu legen. Zu diesem Zeitpunkt lag seine Mannschaft bereits mit 5:8 zurück. Den gewünschten Erfolg erzielte die Unterbrechung nicht. Noch vor der Pausensirene war der neue Coach gezwungen, eine zweite Auszeit zu nehmen. „In den ersten 15 Minuten habe ich überlegt, ob es die richtige Entscheidung war“, gab Roth nach der Begegnung mit einem Lächeln zu.

Michael Müller wird zur Schlüsselfigur

Allerdings gelang es dem 58-Jährigen, Ruhe in das Spiel zu bringen. Einen wichtigen Akzent setzte er mit der Einwechslung von Martin Ziemer, der nach einer knappen Viertelstunde für Silvio Heinevetter kam. Eine weitere Schlüsselfigur wurde Roths Ziehsohn Michael Müller. Der jahrelange Weggefährte des gebürtigen Heidelbergers bekam seit langer Zeit wieder mehr Spielanteile und bedankte sich mit acht Treffern für das in ihn gesetzte Vertrauen.

Müller war es auch, der in der 27. Minute den Ausgleich erzielte, gefolgt vom Führungstor durch Jakob Holm.  Für klare Verhältnisse sorgten die Füchse nach der Pause, indem sie die   in der Kabine besprochenen Themen umsetzten. Binnen kürzester Zeit gelang es ihnen, sich einen Puffer von vier Toren zu erspielen und ihn bis zum Abpfiff auszubauen.

Es wurde ein gelungenes Debüt für Michael Roth, dem es geglückt war, den Druck von seinen Spielern zu nehmen. Der Auftritt macht Mut für das Auswärtsspiel am Dienstag beim Bergischen HC (19 Uhr).