Mit Neuendorf „deutlich gesitteter“ im DFB

Sportexpertin Sylvia Schenk von Transparency sieht den DFB mit Bernd Neuendorf auf einem guten Weg. Vor dem Verband liege aber noch viel Arbeit, insbesondere...

ARCHIV - Sylvia Schenk, Juristin und Menschenrechtsexpertin, äußert sich über DFB-Präsident Bernd Neuendorf vor dem Jahrestag von dessen Wahl.
ARCHIV - Sylvia Schenk, Juristin und Menschenrechtsexpertin, äußert sich über DFB-Präsident Bernd Neuendorf vor dem Jahrestag von dessen Wahl.Arne Dedert/dpa

Frankfurt/Main-Die Juristin Sylvia Schenk von der Menschenrechtsorganisation Transparency bewertet die ersten zwölf Monate von Bernd Neuendorf als DFB-Präsident zweigeteilt.

„Seit der Wahl Bernd Neuendorfs vor einem Jahr geht es deutlich gesitteter im DFB zu als zuvor“, sagte Schenk der Deutschen Presse-Agentur. Das habe auch mit der „Zusammensetzung des Präsidiums und der gut vernetzten, besonnen agierenden Generalsekretärin Heike Ullrich zu tun“. Neuendorfs Wahl beim DFB-Bundestag in Bonn jährt sich an diesem Samstag (11. März).

International müsse der 61-Jährige „noch viel lernen“, sagte Schenk und ging auf den Umgang des Deutschen Fußball-Bundes mit der Menschenrechtsdebatte und dem Weltverband FIFA bei der WM in Katar ein. „Er wirkte teils uninformiert, was den DFB schließlich international isoliert hat“, sagte die Leiterin der Arbeitsgruppe Sport von Transparency Deutschland. „So konnte FIFA-Präsident Gianni Infantino sich über die "One Love"-Binde lustig machen, die Nationalmannschaft der Männer wurde mit in den medialen Strudel gerissen, es fehlte die schützende Hand des Präsidenten.“

Fehler bei „One-Love“-Debatte eingeräumt

Neuendorf, der Fehler in der Debatte über die Kapitänsbinde eingeräumt hatte, wird Anfang April ins FIFA-Council, das Entscheidergremium des Weltverbands aufrücken. „Wichtiger als eine Kandidatur bei der FIFA wäre Neuendorfs Konzentration auf die Herausforderungen im eigenen Land“, sagte Schenk. Die Berufung von Rudi Völler zum neuen Sportdirektor sieht sie kritisch. Für die Heim-EM 2024 reiche „es nicht, sich im Glanz von Oldie Rudi Völler zu sonnen. Nach dem misslungenen Auftritt in Katar muss der DFB bei Transparenz und Menschenrechten Maßstäbe setzen – dafür ist noch viel zu tun.“