Nun Teamkameraden: Robin Knoche und Sebastian Andersson.
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Berlin-KöpenickWie schon im vorherigen Jahr lässt sich die Kaderplanung des 1. FC Union ein wenig mit einer Ketchup-Flasche vergleichen: Erst kommt nichts, dann alles auf einmal. Nachdem die Köpenicker in der vergangenen Woche mit lediglich zweieinhalb Zugängen – der Japaner Keita Endo befand sich noch auf dem Weg nach Berlin – in die Vorbereitung gestartet waren, kamen allein in den vergangenen fünf Tagen vier neue Spieler hinzu: Nico Schlotterbeck und Cedric Teuchert am Freitag, Andreas Luthe am Montag und Robin Knoche am Dienstag.

In diesem Quartett ist Knoche freilich der hochkarätigste Zugang. Auf 183 Bundesligaspiele und 21 Partien im Europapokal blickt der 28 Jahre alte Braunschweiger zurück. 15 Jahre lang spielte er für den VfL Wolfsburg, seit 2012 als Profi für die Bundesligamannschaft, und das nahezu ausnahmslos als Stammspieler. Der Innenverteidiger ist einer, der selten Fehler macht. Zuverlässig ist er, dazu robust. Seit fünf Jahren verpasste er kein Spiel wegen einer Verletzung. Am letzten Spieltag der Saison 18/19, beim 8:1 gegen Augsburg, führte er die Wölfe gar als Kapitän aufs Feld. Viele hatten erwartet, dass Knoche seine Karriere mal beim VfL Wolfsburg beenden würde.

Ruhnert lobt Knoches Vielseitigkeit

Doch dann kam es eben anders. Die Wölfe setzten zunehmend auf Winter-Zugang Mario Pongracic und auf den ehemaligen Herthaner John-Anthony Brooks und ließen den Vertrag des Eigengewächses zu dessen Leidwesen auslaufen. Die Eisernen schlugen zu. „Wenn man 15 Jahre für einen Verein gespielt hat, fällt ein Wechsel wahrscheinlich keinem Spieler leicht. Trotzdem freue ich mich, jetzt für den 1. FC Union Berlin aufzulaufen. Der Verein hat sich toll entwickelt und viele Fußballfans im letzten Jahr überrascht und begeistert. Die Gespräche mit den Verantwortlichen waren extrem positiv, das war der ausschlaggebende Punkt, mich für Union zu entscheiden“, zeigte sich Knoche erfreut über den Wechsel nach Köpenick.

Und auch Unions Sportchef Oliver Ruhnert war voll des Lobes über den Neuen: „Mit Robin haben wir einen Innenverteidiger verpflichten können, der über eine enorme Erfahrung in der Bundesliga und sogar darüber hinaus verfügt. Mit seinem guten Stellungsspiel, seiner Kopfballstärke und seiner Persönlichkeit soll Robin unsere Defensive verstärken und uns variabler machen.“

Für Nicolai Rapp und Lars Dietz war die Verpflichtung des erfahrenen Abwehrmannes hingegen keine gute Nachricht. Die beiden zuletzt verliehenen Defensivspieler der Eisernen haben kaum noch eine Chance, in der kommenden Saison in den Bundesligakader zu rutschen. Rapp, zuletzt nach Darmstadt ausgeliehen, trainierte am Dienstag gemeinsam mit Julius Kade, Suleiman Abdullahi und Florian Flecker bereits in einer gesonderten Trainingsgruppe.