Der große Bruder griff spät in der Nacht zum Smartphone, um einen Gruß nach Köpenick zu schicken. Zuvor hatte er Deutschland einen erfolgreichen EM-Auftakt bereitet. Schlafen konnte er augenscheinlich nicht, also twitterte Weltmeister Toni Kroos, 26: „Gratulation Union Berlin! Gratulation Bro!“ Es war die Reaktion auf das Foto, das Union weit nach Mitternacht verbreitetet und das den Wechsel von Tonis kleinem Bruder Felix, 25, bestätigt hatte. Es zeigt den Mittelfeldspieler bei der Unterschrift seines bis Juni 2019 datierten Vertrags.

Felix Kroos hatte in den fünf Monaten, in denen er von Werder Bremen ausgeliehen war, großen Anteil daran, dass die durchwachsene Saison ein versöhnliches Ende fand – nicht nur wegen der zwei Tore und sechs Vorlagen. Der 25-Jährige vermochte, was keiner der anderen vermeintlichen Anführer konnte: er lenkte das Spiel. „Wir sind uns sicher, dass er auch in den kommenden Jahren zu unseren Leistungsträgern gehören wird“, sagte Union-Manager Helmut Schulte.

Dass er sich Union nun fest anschließt, ist für den Verein wichtig, umso mehr, da in Bobby Wood erneut der beste Angreifer den Verein verließ. Hätte der Klub auch im Mittelfeld mit der Suche wieder von vorne beginnen müssen, wäre der Bundesligatraum unrealistisch gewesen. So konnte Kroos sagen: „Sowohl der Verein als auch ich haben ambitionierte Ziele, die es gilt, in den nächsten Jahren zu verwirklichen.“

Dass sich Tonis Glückwunsch nicht nur an Union richtete, sondern auch an den Bruder, obwohl der von einem Erst- zu einem Zweitligisten wechselt, darf als Beleg gewertet werden, dass dessen Worte ehrlich waren:„Ich bin froh, dass ich jetzt zum 1. FC Union Berlin gehöre.“ Dem Toni hat er das wohl schon vorher gesagt.