Sie feierten, als wäre dies schon die Deutsche Meisterschaft, als bringe dieser 72:68-Sieg, Albas 2:2-Ausgleich in der Finalserie gegen den FC Bayern Basketball, einen Titel mit sich. Tatsächlich war dies eine fulminante Rückkehr und eine Verabredung für den kommenden Sonnabend in München. Dort wird von 20.30 Uhr an endgültig der neue Titelträger ermittelt. Alles auf Anfang.

Die Mannschaft feierte, und sie wusste nur zu gut, bei wem sie sich zu bedanken hatte: bei ihrem Kapitän, bei Niels Giffey, der das Spiel seiner Karriere ablieferte mit 20 Punkten, wichtigen Punkten in einer wichtigen Phase. „Wir waren von Anfang voll da“, sagte Giffey. Und er machte den feiernden Fans über das Hallenmikrofon Hoffnung: „Wir haben noch genügend Kraft für ein fünftes Spiel.“

Es war für Alba ja „das Finale im Finale“ gewesen, wie es Geschäftsführer Marco Baldi vor der Begegnung formuliert hatte. Und ein drohendes Aus vor Augen, gingen die Berliner engagiert zu Werke. Sie verteidigten hart, was sich auf die Bayern derart niederschlug, dass sie von 15 Wurfversuchen nur drei ins Ziel brachten.

Allerdings sparte auch die Defensive der Münchner nicht mit Aggressivität. Ein ums andere Mal verfing sich ein Alba-Angriff, musste aus ungünstiger Position abschlossen werden, landeten zudem Korbleger auf dem Ring und floppten wieder zurück. 12:14 lag das Team der Gastgeber zur ersten Pause zurück.

Zwei wichtige Dreier

Dann kam die Zeit des Kapitäns, die Phase, in der Niels Giffey Alba in der Offensive trug, zwei wichtige Dreier erzielte, einen zur 27:24-Führung. Da waren 16 Minuten gespielt, der Kampf war in vollem Gange.

Symptomatisch mochte eine Szene aus der 18. Minute sein, als Albas Guard Spencer Butterfield den Ball im Angriff verlor, der FC Bayern einen Fastbreak einleitete, den der zurückgeeilte Spielmacher Peyton Siva seinerseits mit einem Steal stoppte. Siva, der sich in Spiel vier bei den Münchnern einen Finger ausgekugelt hatte und sich später im Training auch noch einen Finger der anderen Hand verletzte.

Es waren noch 23 Sekunden des zweiten Viertels zu absolvieren, als die Alba-Fans unter den 11.722 Zuschauern kurzzeitig verstummten. Marius Grigonis war auf dem Bein eines Bayern-Spielers gelandet, blieb zunächst auf dem Parkett liegen. Der Litauer kehrte nach dem Seitenwechsel zurück. Er sah, wie Teamkollege Giffey dort weitermachte, wo er zuvor aufgehört hatte. Der Forward erzielte per Dreier das 35:36, Spencer Butterfield legte zwei Punkte nach (23.). Die erneute Führung.

„Wir hätten uns in den Spielen vorher mehr trauen müssen“, sagte Giffey mit Blick auf Albas Vorstellung an diesem Abend. Nun komplettierte Grigonis auch wieder Albas Rotation, der nun unter anderem wichtige Fouls zog. Dafür drohte ein anderer sich daraus zu verabschieden: Dennis Clifford kassierte sein viertes Foul, Trainer Aito Garcia Reneses ließ trotz der drohenden Disqualifikation auf dem Spielfeld.

Wechselnde Führungen

Es blieb ein ausgeglichenes Spiel mit wechselnden Führungen und Albas 51:53 vor dem letzten Viertel. Und als Luke Sikma kurz daruf das 53:53 erzielte, stand wieder alles auf null. Siva wurde auch das vierte Foul zur Last gelegt (34.), da stand es 55:57. Alles offen weiterhin, vier Minute vor Ultimo erzielte Sikma das 61:62, legte der Münchner Danilo Barthel nach, foulte auf der anderen Seite aber sogleich Niels Giffey, der Freiwürfe verwandelte, und kurz darauf zum 65:66 traf. Giffey, der Mann des Abends.

Anderthalb Minuten noch, und wieder Grigonis per Freiwurf, diesmal zum 67:66. Die Halle tobte, kaum jemanden hielt es auf seinem Sitz. 48 Sekunden, Barthels foulte Sikma, der traf zweimal: 69:66. 13 Sekunden, Jovic foulte Siva, der vergab den ersten, traf den zweiten. Reggie Redding verkürzte, Alba führte mit zwei Punkten. 5,7 Sekunden noch. Auszeit Alba, Einwurf Alba, Ein Foul an Giffey, zwei Punkte von der Linie, eine Alba-Bank im Jubel.