Gelsenkirchen - Nach dem besiegelten Abstieg des Fußball-Bundesligisten FC Schalke 04 durch die 0:1-Niederlage bei Arminia Bielefeld hat es nach der Rückkehr der Gelsenkirchener Spieler gegen 1 Uhr nachts unschöne Szenen gegeben. Bei einem „Austausch zwischen Profi-Mannschaft und Fangruppierungen“ seien laut Angaben des RevierKlubs „Grenzen überschritten“ worden. „Bei allem verständlichen Frust und aller nachvollziehbaren Wut über den Abstieg in die Zweite Bundesliga: Der Verein wird es niemals akzeptieren, wenn die körperliche Unversehrtheit seiner Spieler und Mitarbeiter gefährdet wird. Genau das ist in der vergangenen Nacht aber durch die Handlungen von Einzelpersonen geschehen“, hieß es in einem Statement des Klubs vom Mittwochmorgen. Die Grenzen hätten einzelne und bislang „nicht zuzuordnende Personen“ überschritten. Dieses Verhalten verurteile der Klub „aufs Schärfste und stellt sich selbstverständlich vor seine Mitarbeiter“.

Hämatome, Eier, Pyrotechnik

Auf einem Internetvideo ist zu sehen, dass auf dem Stadiongelände der Schalker mehrere Personen von einer Gruppe gejagt werden. Näher ist darauf niemand zu identifizieren. Die WAZ berichtet unter der Überschrift: „Schalke: Jagd-Szenen in der Nacht – Spieler geschlagen“ davon, dass Spieler angegriffen worden seien und Hämatome erlitten hätten. Profis, Trainer und Betreuer seien von den Taten der Anhänger schockiert gewesen.

„Die Spieler sind weggerannt, unsere Hundertschaft hat eingegriffen“, sagte Pressesprecher Matthias Büscher von der Gelsenkirchener Polizei. Eier flogen. Pyrotechnik wurde abgebrannt. Die Aufarbeitung des Vorfalls habe begonnen, stellte der FC Schalke in seiner Mitteilung fest. Weitere Kommentare dazu solle es seitens des Vereins bis zur Aufklärung nicht geben.

„Ich bin über 20 Jahre in diesem Verein. Ich hätte mir nie träumen lassen, dass es irgendwann so weit kommt“, sagte Gerald Asamoah, Schalker Urgestein und aktuell Lizenzspieler-Koordinator, nach der Niederlage in Bielefeld mit Tränen in den Augen: „Ich kann mir vorstellen, wie viele Schalker vor dem Fernseher sitzen und weinen. Wir haben alle enttäuscht.“