Die Pläne für den Ausbau des Stadions An der Alten Försterei werden wegen des Aufstiegs vorerst auf Eis gelegt. „Es gibt keinen Umbau im ersten Bundesligajahr“, sagte Präsident Dirk Zingler am Dienstag. „Ein paar Anpassungen werden wir für die Bundesliga vornehmen müssen. An der Kapazität werden wir aber erst mal nichts verändern.“ Eigentlich sollte die Alte Försterei bis 2020 von rund 22 000 Plätzen auf 37 000 ausgebaut werden.

Nötig wäre der Ausbau nach dem Aufstieg umso mehr, denn das Stadion entspricht nicht den Anforderungen für Oberklasse-Spielstätten. Sie verfügt nur über 3 500 Sitzplätze statt der von der Deutschen Fußball Liga verlangten 8 000. Doch die erste Bundesliga-Saison wollen die Eisernen nicht auf einer Baustelle bestreiten. Union darf dank einer Sondergenehmigung der DFL in Köpenick spielen, weil der Ausbau geplant ist.

Verstopfte Straßen rund ums Stadion

Geht es nach Innen- und Sportsenator Andreas Geisel soll nicht nur das Stadion zügig ausgebaut, sondern auch die Verkehrsverbindung verbessert werden. Zurzeit sind die Straßen bei Spielen verstopft, die Anbindung mit dem ÖPNV ist suboptimal. „Die Verkehrsbelastung dort ist ganz erheblich“, sagte er am Dienstag. Seit Jahrzehnten schon sei für den Autoverkehr eine Umgehungsstraße als Verlängerung der Süd-Ost-Verbindung geplant. „Diese Verbindung werden wir zügig bauen müssen“, so Geisel. Er gehe davon aus, dass das Land 20 Prozent der Kosten übernehme, der Rest solle aus Wirtschaftsfördermitteln kommen.

Klar sei aber auch, dass man die wachsende Zahl von Zuschauern nicht allein per Individualverkehr abwickeln könne, so Geisel. Ihm schwebe eine Kooperation zwischen Verein, BVG und S-Bahn vor, um ein Kombiticket anzubieten. Die Eintrittskarte zum Stadion wäre dann gleichzeitig das Ticket für die Öffis. Die BVG begrüßt das: „Das würde uns die Arbeit enorm erleichtern“, sagte BVG-Sprecherin Petra Nelken dieser Zeitung. Mit Hertha gibt es eine solche Abmachung bereits.

Innensenator Geisel drückt aufs Tempo

Mit dem Einsatz von mehr Straßenbahnen brauchen Fans vor dem Ausbau des Stadions nicht zu rechnen. Die BVG bringe vor allem die Gäste aus Köpenick, da gebe es selten Probleme, sagt Nelken. Hauptlastträger sei die S-Bahn der Deutschen Bahn, die bis zum Bahnhof Köpenick fährt. „Wenn das Stadion wächst, dann werden wir noch mal sehen“, so Nelken. Sportsenator Geisel kann es mit dem Stadion-Ausbau nicht schnell genug gehen: Er gehe davon aus, dass der Bebauungsplan noch 2019 beschlossen werde. Davon weiß die federführende Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen nichts. „Der Bebauungsplan ist aktuell noch nicht festgesetzt, auch ein Bauantrag liegt noch nicht vor“, teilt sie mit. Derzeit befinde sich die Verwaltung noch in Abstimmung mit Verein und Bezirk.