Berlin - Auf diese Bescherung hätten sie bei Alba Berlin gerne verzichtet. Weniger, weil die routinemäßige Corona-Testung an Heiligabend abermals ein Positivergebnis beim Deutschen Meister und Pokalsieger hervorbrachte, sondern vielmehr, weil die Person, die es betrifft, Grund für große Sorgen bereitet. Aito Garcia Reneses, am 20. Dezember erst 74 Jahre alt geworden, ist infiziert und befindet sich in häuslicher Quarantäne. Am zweiten Weihnachtsfeiertag hätte der Cheftrainer mit seiner Mannschaft ein Spiel beim MBC in Weißenfels bestreiten, an den beiden Tagen davor in Berlin trainieren sollen. Jetzt steht er unter „enger medizinischer Beobachtung“, gehört in seinem Alter zur Risikogruppe. Aber: „Aito ist symptomfrei“, hatte Alba in einer Mitteilung geschrieben und damit für etwas Entwarnung gesorgt.

Schock in der Gemeinschaft

Anders als im Oktober hat der Verein diesmal den Namen der betreffenden Person offiziell verkündet und damit für einen großen Schock in der Basketballgemeinschaft gesorgt. Europaweit landete die Meldung in den Schlagzeilen, über die offiziellen Kanäle der sozialen Medien gab es zahlreiche Genesungswünsche und virtuell gedrückte Daumen von Bundesligavereinen, Spielern, Trainern und Fans, die sich Sorgen machen. Sieben Personen hatte es im Oktober erwischt, über ihre Erkrankungen gesprochen hatten im Nachgang aber nur Peyton Siva und Maodo Lo. Jetzt befinden sie und der Rest des Teams sich erneut in Quarantäne, auch wenn die Tests an Heiligabend negativ ausgefallen waren. Es handele sich um „eine Vorsichtsmaßnahme“, wie Alba Berlin schrieb. Eine weitere Testung am Sonntag sollte Klarheit darüber bringen, ob möglicherweise andere Spieler, Betreuer und Trainer ebenfalls infiziert sind.

Erst danach werde die Situation mit den Experten um Prof. Dr. Bernd Wolfarth und Dr. Florian Kainzinger neu bewertet. Dann könne auch gesagt werden, wie die weiteren sportlichen Folgen aussehen. Ob das Spiel in Weißenfels das Einzige ist, das verlegt werden muss, oder ob auch weitere Partien erst einmal abgesagt werden müssen. Der Spielplan verkraftet eigentlich keine Pause: Am 29. Dezember Heimspiel in der Euroleague gegen Zalgiris Kaunas, an Silvester soll die im Oktober abgesagte Pokalpartie gegen Braunschweig nachgeholt werden, am 3. Januar daheim gegen den FC Bayern München in der Bundesliga, Euroleaguespiele am 5. Januar gegen Baskonia Vitoria und am 7. Januar gegen Maccabi Tel Aviv, Bundesliga am 10. Januar gegen Gießen. Sechs Spiele in 13 Tagen. Sollten weitere Spieler infiziert sein, würde der Spielplan erneut ins Wanken geraten. Eine weitere zweiwöchige Quarantäne hätte zur Folge, dass die zuvor genannten Spiele nicht stattfinden würden.

Für den Fall, dass es keine weiteren Positivtests gibt, würde Alba Berlin ziemlich schnell wieder in den Trainings- und Spielbetrieb einsteigen. Auf dem Feld, aber auch an der Seitenlinie wären die Partien abgesichert. Anstelle von Aito Garcia Reneses würde Israel Gonzalez die Leitung der Mannschaft übernehmen. Das hatten die Berliner in diesem Sommer mit der Umgestaltung seines Vertrages so festgelegt. Damals hatte der spanische Landsmann von Coach Aito für zwei Jahre unterschrieben und war zum Associate Head Coach aufgestiegen. Eine Position, die bislang eher in den USA existiert und die Vertretung eines Ausfalls des Cheftrainers regelt. Ursprünglich hatten die Berliner das gemacht, um Aito zu entlasten und ihm die eine oder andere Auswärtsfahrt zu ersparen. Auf einen positiven Corona-Test aber hätten sie gerne verzichtet. Nicht nur an Weihnachten.