Die Schlusssirene im Bundesligaspiel Alba Berlin gegen Gotha ertönte, als der Ball in den Korb der Thüringer klatschte. Der Adressat des spektakulären Drei-Punkte-Wurfs: Bennet Hundt. Ausgerechnet der Jüngste im Team der Berliner hatte in der Schlusssekunde all seinen Mut zusammengenommen und den Ball mit Perfektion und Schmackes aus großer Distanz in den gegnerischen Korb versenkt. Damit schraubte Hundt das Ergebnis für die Berliner 95:61 Punkte. Fünfter Sieg im fünften Bundesligaspiel in Serie.

Das Beste zum Schluss also. Das galt am Sonnabend in der Arena am Ostbahnhof nicht nur für den Schlusswurf, sondern ebenso für das gesamte letzte Viertel, in dem Alba den Bundesliga-Aufsteiger aus Gotha regelrecht düpierte: Konzentriert in der Abwehr, flink und sicher in der Offensive, und wenn der Ball doch mal nicht den Weg in den Korb fand, holten sich ihn die Berliner mit aggressiven Offensiv-Rebounds oder frechen Steals wieder zurück. Allen voran Peyton Siva.

Der Spielmacher, der nach Knöchelbeschwerden und einer Pause wieder mit von der Partie war, schwang sich sofort mit 13 Punkten und neun Assists zum Spieler des Abends auf. Ebenso gehörten Luke Sikma mit 13 Punkten und sechs Steals, Dennis Clifford (19) und Bogdan Radosavljevic (15) zu Albas Besten.

„Es war sehr knapp am Anfang, aber am Schluss war der Gegner einfach müde“

Allein im vierten Viertel hieß es 30:8 für die Gastgeber. Die 7 991 Zuschauer bedankten sich mit frenetischem Beifall, als der Hallensprecher unmittelbar nach dem Spiel noch eine weitere wichtige Botschaft verkündete: Da der bisherige Tabellenführer Würzburg in Braunschweig verlor, stehen nun die Berliner an der Spitze.

Ein gelungener Abend also, der mit einem Blitzstart der Berliner begann. Niels Giffey brachte mit fünf Punkten Alba in Führung: „Da hatte ich eine richtig heiße Hand.“ Leider nicht lange. Giffey und Kollegen fabrizierten fortan viele Fehler, waren umständlich und langsam im Angriff und löchrig in der Abwehr. So führte der krasse Außenseiter zwischenzeitlich und gewann das zweite Viertel 16:14.

Es folgte ein passables drittes und ein furioses letztes Viertel. Alba-Trainer Aito Garcia Reneses sah es so: „Es war sehr knapp am Anfang, aber am Schluss war der Gegner einfach müde.“ Müde gespielt von einem Alba-Team, in dem mit Tim Schneider und Stefan Peno wieder zwei junge Spieler eine längere Einsatzzeit bekamen, und die sich redlich mühten. Einzig ein Punkt gelang ihnen nicht. Aber zum Glück kam dann ja noch Bennet Hundt aufs Feld – und rettete mit dem Wurf des Tages die Ehre der Jugend.