Berlin - Die Füchse Berlin wollten sich nach dem 28:27-Zittersieg am Sonntag in Lemgo nicht lange mit dem frisch erzielten Startrekord beschäftigen. „Es ist eine schöne Momentaufnahme, mehr aber auch nicht. Darauf sollten wir uns nicht ausruhen“, sagte Spielmacher Marian Michalczik. Mit 17 Punkten aus neun Spielen bleiben die Füchse nicht nur ungeschlagen, sondern weiter nur einen Zähler hinter Spitzenreiter SC Magdeburg.

Das Thema Meisterschaft wird dennoch von allen im Klub weiterhin geflissentlich umkurvt. „Da ist noch ein weiter Weg zu gehen. Aber wir stehen jetzt gut da“, sagte Michalczik. Der 24-Jährige bekam in Lemgo viel Spielzeit und wusste sie mit vier Toren auch zu nutzen. „Wir haben eine gute Mannschaft, wenn wir es hinkriegen, dass alle ihre Performance abliefern können, wie beispielsweise ich heute“, sagte er. Denn die Breite macht momentan für ihn den Unterschied. „Dann hebt das die Truppe noch einmal auf ein anderes Niveau und wir haben mehr Optionen“, sagte er.

Glück im Unglück für Wiede

Doch der breite Kader dezimiert sich gerade etwas. Kapitän Paul Drux wird nach einer Meniskus-Operation rund vier bis sechs Wochen ausfallen, und sein Nationalmannschaftskollege Fabian Wiede humpelte in der ersten Hälfte in Lemgo vom Feld. Er war nach knapp zehn Minuten nach einem Wurfversuch unglücklich gelandet. „Das war ein schwerer Verlust. Wir haben ihn dann aus Sicherheitsgründen nicht mehr spielen lassen“, sagte Trainer Jaron Siewert. Auch wenn Wiede in der Halbzeit leichte Entwarnung gab. „Aber wir tun den Teufel und werden einen angeschlagenen Spieler spielen lassen“, fuhr der Füchse-Coach fort.

Am Montag stellte sich heraus, dass Wiede Glück im Unglück hatte. Der Verein postete ein vierblättriges Kleeblatt zur Verkündung der Nachricht in den sozialen Medien. Bei dem Rückraumspieler ergab eine MRT-Untersuchung keine schwerwiegende Bänderverletzung.

Wiede muss Nationalmannschafts-Lehrgang absagen

Den Lehrgang der Nationalmannschaft, zu dem Bundestrainer Alfred Gislason am Montag eingeladen hatte, musste der 27-Jährige allerdings absagen. Für das DHB-Team dient die Woche, in der auch ein neuer Kapitän berufen werden soll, bereits der Vorbereitung auf die Europameisterschaft 2022.

Auch im Verein fällt Wiede erst einmal aus, seine Regeneration wird der Linkshänder in Berlin ausführen. Ausgerechnet vor den wegweisenden Spielen am 10. November gegen Champions-League-Teilnehmer SG Flensburg-Handewitt (19.05 Uhr) und drei Tage später daheim gegen Tabellenführer Magdeburg (18.05 Uhr) fallen beide Nationalspieler der Berliner  aus.

Die Füchse haben nun erst einmal Länderspielpause. Die Spieler, die nicht zu ihren Nationalteams reisen, bekommen einige Tage frei, um Kräfte zu sammeln. Denn der Auftakt nach der Pause hat es in sich.