Oliver Ruhnert hat es schon wieder getan. Der  Geschäftsführer Profisport, wie der 45-jährige Sauerländer beim 1. FC Union offiziell gerufen wird, hat nur einen Tag  nach der Indienststellung von Angreifer Suleiman Abdullahi, 21, erneut einen Spieler verpflichtet. Der trägt den Namen Robert Zulj, kommt vom Bundesligisten TSG Hoffenheim, kam dort unter Trainer Julian Nagelsmann allerdings nicht so recht zum Zug, konnte seine Fähigkeiten hierzulande gleichwohl schon mal unter Beweis stellen. Nämlich bei Greuther Fürth, wo der in Österreich geborene Kroate (mit dementsprechender doppelter Staatsbürgerschaft) von 2014 bis 2017 in 85 Spielen 19 Tore erzielte, aber vor allen Dingen dank seiner Spielintelligenz als Zwischen-den-Reihen-Spieler zu glänzen wusste.

Ruhnert sagt: „Aktuell haben wir in der Sturmspitze mit Sebastian Andersson nur einen Zentrumsspieler der einsatzbereit ist, deshalb war es uns wichtig, mit Robert einen vielseitigen und robusten Offensivspieler zu verpflichten, der unser Angriffsspiel variabler machen kann.“ Der 26-jährige Zulj sagt: „Ich will unbedingt auf dem Platz stehen, deshalb bin ich sehr glücklich, dass die Leihe zu Union geklappt hat. Nach dem Wechsel nach Hoffenheim hatte ich einen schwierigen Start und habe nicht so viel gespielt wie ich gehofft hatte.“

Der rührigste Manager

Ruhnert zählt in diesem Sommer fraglos zu den rührigsten Fußballmanagern im Lande. Wobei er unter dem Druck, mit relativ wenig Geld und noch weniger Zeit eine Runderneuerung des Kaders bewirken zu müssen, wirklich jedweden bekannten Kniff zum Einsatz bringt.  Natürlich operiert er dabei – wie das bei Abdullahi und Zulj der Fall ist – auch mit dem sogenannten Leihgeschäft, also mit einem Instrument, für dessen Einsatz  ein Zunftgenosse wie Schalke-Manager Christian Heidel früher schon mal ein wenig belächelt wurde. Das Leihgeschäft ist aber nun mal die beste, man könnte auch sagen die einzige Option, wenn man a) nur ein begrenztes Budget zur Verfügung hat, b) in einer kleinen Notlage steckt und c) sich nicht ganz sicher ist, ob der Neue tatsächlich zu Klub, Trainer und Mannschaft passt.

Wer wagt, gewinnt, lautet ein Sprichwort, das sich aufgrund der zwar nicht eins zu eins, aber in leichter Abwandlung vielleicht schon bald auf den 1. FC Union anwenden lässt, nämlich so: Wer nicht probiert, der nicht gewinnt.

Es fehlt einer mit Bindung zur Kurve

Das Einzige, was auf der Liste der Zugänge bis dato fehlt, ist einer, der eine natürliche Bindung zur Kurve  hat. Einer, mit dem sich die Anhänger umgehend identifizieren können. Was noch nicht ist, kann ja aber noch werden – oder eben gekauft beziehungsweise geliehen werden.