Berlin - Die nächste unnötige Heimpleite traf die Füchse Berlin hart. „Das ist extrem bitter. Der Sieg war zum Greifen nah“, sagte Trainer Jaron Siewert nach dem 27:28 (12:18) gegen den SC DHfK Leipzig. Erst drei Sekunden vor dem Ende kassierten die Hauptstädter am Sonnabendabend den entscheidenden Gegentreffer. Statt den erhofften Befreiungsschlag zu landen, setzte sich der Abwärtstrend fort. Von den letzten acht Spielen in der Handball-Bundesliga gingen sechs verloren.

Keeper Dejan Milosavljev knickt im Training um

Warum das so ist, zeigte sich vor allem in den ersten 40 Minuten gegen die Sachsen. Phasenweise wurden die Füchse überrannt und lagen schon mit acht Toren zurück. „40 Minuten waren sie uns in allen Belangen überlegen. Das darf einfach nicht passieren, zu Hause gegen Leipzig mit acht Toren zurückzuliegen“, sagte Siewert. „Das war definitiv zu wenig von uns allen.“

Die schwierige Personalsituation wollten sie nicht als Ausrede gelten lassen. Denn auch Leipzig musste auf Leistungsträger verzichten. Aber neben Jacob Holm, Hans Lindberg (beide Corona), Paul Drux (Knie-OP) und Milos Vujovic (Fußprobleme) wog vor allem der Ausfall von Keeper Dejan Milosavljev schwer. Der Serbe war im Training umgeknickt. Seine Vertreter Fredrik Genz und der erst 18-jährige Lasse Ludwig konnten ihn lange Zeit nicht gleichwertig ersetzen.

Siewert bemängelte deshalb vor allem die Einstellung. Während die Leipziger Bank bei jedem noch so kleinen Erfolgserlebnis lautstark durch die leere Halle schrie, war es bei den Berlinern deutlich ruhiger. „Das ist definitiv der ausschlaggebende Punkt gewesen. Sie haben sich an jeder positiven Aktion hochgezogen und wir haben vielleicht gedacht, das wird schon werden. Aber das war das genaue Gegenteil. Und wenn du erst mal den Motor abgestellt hast, ihn dann wieder hochzufahren, ist dann manchmal schwerer“, klagte Siewert.

Der Rausch der Füchse währt nur kurz

Die Füchse kamen aber wieder in Fahrt, und beinahe hätte es an diesem Abend noch ein Happy End gegeben. Denn ab der 40. Minute waren sie plötzlich da und gingen nach einem 9:0-Lauf vier Minuten vor Ende wieder in Führung. „Wir haben dann ein paar Paraden bekommen, die uns dann gepuscht haben. Da haben wir uns in einen kleinen Rausch gespielt“, sagte Nationalspieler Fabian Wiede.

Und doch reichte es nicht. Wieder einmal fehlte im Füchse-Spiel die Konstanz. „Ich kann es nicht verstehen, warum wir es nicht von Anfang so schaffen, so motiviert und kämpferisch stark zu sein. Warum wir es erst ab der 40. Minute schaffen, ist mir fraglich“, sagte Wiede.

Viel Zeit zum Nachdenken bleibt aber nicht. Schon am Dienstag (20.45 Uhr/DAZN) empfangen die Berliner daheim den HC Fivers Margareten aus Wien zum Achtelfinal-Rückspiel der European League. Nach dem 35:27-Hinspielsieg haben die Füchse aber ein beruhigendes Polster.