Berlin - Bei Fußball-Zweitligist Hansa Rostock herrscht nach der 1:3-Heimniederlage im Ostduell gegen Dynamo Dresden tiefe Enttäuschung. „Ich bin extrem angefressen. Von der Intensität und Power haben wir ein super Spiel gezeigt. Wir besaßen genügend Chancen, um in Führung zu gehen. Dynamo hat mit zwei Flanken das Spiel für sich entschieden“, sagte Hansas Abwehrmann Damian Roßbach nach der Partie.

Ähnlich wie bei der 1:3-Heimpleite am ersten Spieltag gegen den Karlsruher SC kamen die Mecklenburger auch im Duell der Aufsteiger in den entscheidenden Situationen einen Schritt zu spät und fabrizierten vor den Gegentoren individuelle Fehler. „Mich ärgert, dass wir in den Zweikämpfen nicht genug Präsenz hatten. Dresden war konsequenter und hat seine Chancen effektiv genutzt“, sagte der Rostocker Angreifer Streli Mamba, der mit seinem ersten Saisontor den zwischenzeitlichen 1:1-Ausgleich erzielte hatte (43.).

Hansa Rostock steckt frühen Rückstand weg

Zuvor hatte Hansa vor 14.500 Zuschauern, darunter 1200 Dresdner Anhänger, im Ostseestadion alle Nackenschläge weggesteckt. Trotz des frühen 0:1-Rückstands nach 38 Sekunden und der Verletzung von Mittelfeldspieler Calogero Rizzuto, der sich einen Nasenbeinbruch zuzog, spielte Hansa zielstrebig nach vorn. „Wir haben uns nicht beeindrucken lassen, richtig viel Druck gemacht und verdient den Ausgleich erzielt. Das war der Lohn für die intensive Arbeit“, sagte Trainer Jens Härtel.

Auch zu Beginn der zweiten Halbzeit besaßen die Rostocker in einer umkämpften Partie mehr Spielanteile und ein Chancenplus. „Wenn wir da das 2:1 erzielen, läuft das Spiel anders“, sagte Hansa-Keeper Markus Kolke, der sich nach einer Oberschenkel-Verletzung erst kurz vor Anpfiff fit gemeldet hatte. Erst einige Unachtsamkeiten in der Hansa-Abwehr bescherten Dynamo einen Doppelschlag zum 3:1 (63./70.).

Hansa blieb dagegen zum neunten Mal in Serie gegen Dresden sieglos. „Wir haben ein Derby verloren, das geht uns richtig auf den Sack. Wir haben gut mitgespielt, stehen aber am Ende mit leeren Händen da“, sagte Härtel, richtete den Blick aber schon nach vorn: „Wir müssen uns kurz schütteln, die positiven Sachen mitnehmen und es beim nächsten Spiel besser machen.“

Auseinandersetzung vor, Steinwürfe nach dem Spiel

Am Rande der als Risikospiel eingestuften Partie waren knapp 900 Beamte der Landespolizeien Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Sachsen sowie 365 Kräfte der Bundespolizei Rostock und der Bundesbereitschaftspolizei im Einsatz. Vor dem Anpfiff gab es Auseinandersetzungen der beiden Fanlager, die von der Polizei gestoppt wurden. Im Rahmen von Personenkontrollen wurde unter anderem Pyrotechnik sichergestellt. Nach der Partie gab es vereinzelte Steinwürfe gegen Busse, mit denen die Fans abtransportiert wurden. Mehrere Busscheiben zersplitterten, verletzt wurde dabei aber niemand. 

Am kommenden Sonntag ist Hansa bei Werder Bremen gefordert und will gegen den angeschlagenen Bundesliga-Absteiger punkten. „Wir sind auf einem guten Weg. Wenn wir unsere Fehler minimieren, wird es eine ordentliche Saison für uns“, meinte Mamba.