Berlin - Am liebsten würden die Eisbären ihre herben Schlappen vom Wochenende so schnell wie möglich vergessen - doch zumindest das 2:5 von Mannheim wirkt nach. Im Spitzenspiel verlor der Titelverteidiger der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) nicht nur seinen Vorsprung auf die Adler, sondern auch Sven Felski für die am Dienstag anstehende Partie gegen die Grizzly Adams Wolfsburg. Die Matchstrafe gegen den Routinier erregte die Gemüter - als ob die Berliner wegen ihrer langen Verletztenliste nicht schon Probleme genug hätten.

Die Kritik richtet sich gegen Trainer Don Jackson, der kurz vor Schluss Goalie Rob Zepp durch einen sechsten Feldspieler ersetzte, um Schadensbegrenzung zu betreiben. „Ich weiß nicht, ob man in dieser Situation bei 2:5 in der letzten Minute überhaupt noch den Torwart vom Eis nehmen muss“, meinte Verteidiger Jens Baxmann. Den auf das verwaiste Gehäuse zustürmenden Mannheimer Yannick Seidenberg stoppte Felski mit einem bösen Check, der ihm ein Spiel Sperre einbrachte.

Felski ist gesperrt

Baxmann sagte diplomatisch: „Der Trainer ist eben verantwortlich und wenn er sagt, der Torwart wird herausgenommen, dann ist es eben so.“ Felskis Aktion, in deren Folge das Berliner Urgestein selbst von Adler-Profi Shawn Belle Prügel bezog, könnte sich auch auf die Wiederauflage der vergangenen Final-Serie gegen Wolfsburg auswirken.

„Jetzt macht sich bemerkbar, dass wir über einen längeren Zeitraum wenig Spieler zur Verfügung hatten“, betonte Baxmann und erinnerte an das 2:6 am Freitag in Nürnberg und das 2:5 zwei Tage später bei den Adlern. „Das wirkt sich dann gerade in Spielen gegen Teams, die mit vier kompletten Reihen antreten können, spürbar aus.“

Neben dem gesperrten Felski fehlen dem Meister am Dienstag auf jeden Fall auch Stefan Ustorf (Gehirnerschütterung), Mads Christensen (Fingerbruch) und Dominik Bielke (Kreuzbandriss). Ob Tyson Mulock, André Rankel und Constantin Braun (alle drei Gehirnerschütterungen), Nicholas Angell (Rückenprobleme) und Denis Pederson (Kniebeschwerden) wieder im Kader stehen werden, ist unwahrscheinlich und entscheidet sich frühestens am Dienstag nach dem morgendlichen Abschlusstraining. (dpa)